Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 2. Teil / von August Weckerling
Entstehung
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reine Anzahl Emailfibeln bei Mariamünſter gefunden, aber alle ohne Ausnahme in Brandgräbern, was in dieſem Falle um ſo unangenehmer iſt, weil bei allen das Email durch den Leichen⸗ brand zum größten Teile zerſtört worden iſt. Man hat alſo offenbar die zu verbrennende Leiche in wirklicher Kleidung auf den Scheiterhaufen gelegt und Lieblingsgegenſtände des Ver⸗ ſtorbenen, ferner Gefäße mit Hl, Salbbüchschen, Gläſer und anderes bei der Beſtattung Gebrauchte daneben geſtellt, oder zu der in eine Urne geſammelten Aſche hinzugefügt. So fand ſich in einer Urne in Mariamünſter ein großes Stück Weihrauch, offenbar ein übrig gebliebener Reſt von dem bei der Verbrennung gebrauchten. Ein Stück Weihrauch fand übrigens Herr Dr. Köhl auch in einem in dem Gebiet von Valckenberg u. Schön gefundenen Steinſarge, in dem ſich auch eine unten noch näher zu be⸗ ſchreibende Halskette von Bernſteinſtäbchen fand. Im allgemeinen aber hat man, wie es ſcheint, bei Beſtattungen in Särgen die Leiche mit einem einfachen Totentuche umhüllt und ſo in den Sarg gelegt, worauf man in der Regel nur ein oder mehrere Glas⸗ oder Thongefäße in die Ecken des Sarges ſtellte und allen⸗ falls noch ein Ei oder eine andere ſymboliſche Gabe hinzufügte. Nach dieſen allgemeinen Bemerkungen kehren wir wieder zurück zur Zuſammenſtellung der Ergebniſſe der Ausgrabung. Gleich am folgenden Arbeitstage, Montag den 4. Mai, fand ſich wieder ein Steinſarg. Auch in ihm war das Skelett einer weiblichen Leiche vollſtändig erhalten; am Kopf und bei den Füßen ſtanden drei Glasgefäße, und zwar ſtand auf der rechten Seite des Kopfes die unten näher zu beſprechende und abgebildete Geſichtsflaſche, auf der linken Seite lag ein ſchöner Glasbecher, zwiſchen den Füßen aber lag eine 32 em hohe cylinderförmige Flaſche mit kurzem Hals und breitem Abſchluß, der durch zwei breite Henkel mit dem Bauch verbunden iſt. Der Durchmeſſer derſelben beträgt 9 ½ em. Sämtliche drei Särge beſtanden aus gewöhn⸗ lichem, nicht eben hartem Pfälzer Sandſtein, waren in der für die römiſchen Särge charakteriſtiſchen Weiſe mit dem Spitzhammer behauen, die Deckel hatten die gewöhnliche nach allen Seiten hin abgeſchrägte Form. Alle drei Särge ſtanden dicht bei einander. Man konnte für das Paulus⸗Muſeum eine ganz ungewöhnliche