15 Bereicherung erhoffen, wenn die weiteren Erdarbeiten ein gleiches Reſultat lieferten. Leider gingen dieſe Erwartungen nicht voll⸗ ſtändig in Erfüllung. Denn obwohl das Gräberfeld ſich in un⸗ geahnter Weiſe ausdehnte, und die Ausgrabung faſt täglich Stein⸗ ſärge zu Tage förderte, die vielfach in ziemlich regelmäßiger Reihenfolge ſtanden, war das Ergebnis doch durchaus nicht dem entſprechend. Denn von den 85 Särgen, die aufgedeckt wurden, (ſiehe Tafel 1) waren außer den 3 erwähnten, dicht bei einander ſtehenden nur 2 noch unverſehrt, alle anderen erwieſen ſich als früher bereits ausgeraubt. Bei faſt allen iſt hierbei offenbar in derſelben Weiſe verfahren worden. Durch einen Schlag mit einem ſchweren Hammer wurde der Deckel in eine größere und eine kleinere Hälfte geteilt und die kleinere dann aufgehoben; von dieſer Offnung aus wurden dann die Beigaben aus dem Sarge herausgeholt. Hier und da blieb dabei wohl ein kleineres Gläschen in einer der Ecken des Sarges ſtehen, oder es zerbrach ein Glas beim Anfaſſen und blieben dann die Stücke in dem Sarg liegen. Die Skelette wurden natürlich bei dieſem Herausholen der Gläſer, ohne daß der Deckel vollſtändig geöffnet war, in der Regel mehr oder weniger in Unordnung gebracht. Nach der Herausnahme der Gläſer iſt zwar das Deckelſtück meiſt wieder auf die Hffnung gelegt worden, aber ohne Sorgfalt, wie es gerade fiel, ſo daß dieſe Särge nicht mehr vollſtändig geſchloſſen waren und ſich deshalb im Laufe der Zeit mit Schwemmerde gefüllt haben, während in die wenigen unverſehrt gebliebenen Särge gar keine Erde eingedrungen iſt. Bei einigen der ausgeraubten Särge war das Deckelſtück gar nicht wieder auf den Sarg gelegt, ſondern ſtand auf der einen Langſeite des Sarges ſenkrecht in die Höhe. Auch die bei der Ausgrabung 1882 gefundenen Steinſärge waren ausgeraubt. Ebenſo ſind die meiſten der an der Nordſeite der Stadt ſeit dem Beſtehen des Muſeums gefundenen Särge, ſowohl die bei den Erdarbeiten auf dem Gebiete der Firma Valckenberg und Schön als auch die im Hofe der Eulenburg gefundenen, ausgeraubt. Auch der im erſten Teile beſchriebene, 1666 bei der Anlage von Ravelins am heutigen Mainzer Thor gefundene und jetzt noch im Muſeum aufbewahrte Sarg mit In⸗ ſchrift, ſowie der zu Grunde gegangene Sarg der Spectatia Peregrina
Aufsatz
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 2. Teil / von August Weckerling
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