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riegel Stifte, die ſich in denſelben ſenken, zu heben unb dann den Riegel zu ſchieben, nur durch 2 unſerer Brorzeſchlüſſel vertreten iſt; alle anderen haben eine unſeren Schüſſeln ähnliche Form, nur alle mit faſt gleichen Einſchnitten am Bart.
24) Zwei römiſche Metallſpiegel. Wenn die Römer auch vielleicht in ſpäterer Zeit Glasſpiegel im Gebrauch gehabt haben (vgl. Plinius n. h. 36, 193), ſo war dies doch jedenfalls nur Ausnahme. Im allgemeinen dienten als Spiegel gegoſſene oder geſchliffene Metallplatten, gewöhnlich von Kupfer ver⸗ miſcht mit Zinn, Zink und anderen Stoffen, oder auch von maſſivem Silber. Man hatte auch große in die Wände eingelaſſene Spiegel, am häufigſten aber waren die Handſpiegel, teils flach, teils hohl geſchliffen, mit Griff aus demſelben Stoff, oder auch ohne Griff. Häufig ſind dieſelben mit gravierten Umriſſen, welche meiſt mythologiſche Gegenſtände darſtellen, verziert. Hfters ſind ſolche Handſpiegel mit einem Deckel ver⸗ ſehen, welcher entweder abgenommen, oder, wenn er durch ein Charnier befeſtigt iſt, auf und zugeklappt werden kann. Der erſte der ausgeſtellten Spiegel iſt ein hohlgeſchliffener Spiegel mit einer Darſtellung des Parisurteils. Der Stiel aus dem gleichen Material iſt leider abgebrochen. Der Spiegel ſoll in Mainz gefunden worden ſein; die Bruchſtelle am Stiel war, als wir denſelben bekamen, noch ganz friſch, was in der That auf einen Fundort in unſerer Nähe ſchließen läßt. Einen Hohlſpiegel mit Deckel zum Auf- und Zuklappen hat Herr Dr. Fliedner in Herrnsheim gefunden. Außerdem iſt ein kleiner, viereckiger Hand⸗ oder Taſchenſpiegel(7 cm lang, 6 cm hoch) vorhanden aus noch ſpiegelndem Weißmetall. Verzierter Bleirahmen eines kleinen runden Handſpiegels von 6 cm Durchmeſſer; gefunden in einem römiſchen Grab bei der Kunſtwollſpinnerei dahier.
Die Spiegel und Schmuckkäſtchen mögen den Uebergang bilden
zu den zum Schmuck dienenden Gegenſtänden. Es ſind folgende:
1) Vierzig Gewandnadeln, ſog. Fibeln in den verſchiedenſten Formen aus Bronze und Gold, zum Teil mit Email ge⸗ ſchmückt. Das letztere iſt bei einigen, die durch den Leichen⸗ brand durchgegangen ſind, zerſtört, z. B. bei einer in Maria⸗
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