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2 Bronzebeſchläge von kleinen Käſtchen. Ueber ſolche von großen Verbrennungskiſten iſt ſchon oben Seite 102 geſprochen worden. Zum Aufbewahren der Schmuckſachen, ebenſo zum Bewahren der vielfach üblichen Hausapotheken waren kleine Kaſten von beſtimmten Formen im Gebrauch, die häufig dem Toten mit ins Grab gegeben wurden. So kommt es denn, daß oft in den römiſchen Gräbern ſich Schlöſſer, Schlüſſel und Beſchläge von ſolchen Käſtchen finden. Das Muſeum beſitzt das vollſtändige Beſchläge von 2 Käſtchen, von denen das eine wahrſcheinlich zum Aufbewahren des Schmuckes, das andere wohl eher einer Hausapotheke gedient hat. Das letztere wurde in Offſtein gefunden. Die einzelnen Teile des Beſchlägs können wohl kaum eine andere Verwendung gehabt haben, als die aus⸗ geſtellte Ergänzung zeigt. Hiernach waren in einem Haupt⸗ kaſten 4 kleine Schublädchen und darüber ein größeres, die alleſamt durch den gemeinſamen Kaſtendeckel verſchloſſen wurden- Dieſer war an der einen Seite mit Charnieren, oder, da ſich dieſe nicht gefunden haben, vielleicht mit Leder befeſtigt, während an der gegenüberliegenden Seite das Schloß ſich befand, in das wie bei vielen unſerer Kofferſchlöſſer ein von oben herabfallender Haken eingriff. Das andere Käſtchenbeſchläg wurde in Maria⸗ münſter gefunden. Das Käſtchen hatte, wie man in dem naſſen Boden noch deutlich ſah, die Geſtalt eines länglichen Cigarren⸗ kaſtens. Das Schloß desſelben hat ein ſehr großes Schloßblech aus Bronze, dahinter aber ſitzt ein ganz kleines Schlößchen aus Eiſen, auch mit eiſernem Riegel, während ſonſt die Riegel in der Regel von Bronze hergeſtellt ſind, wie z. B. ein in Herrns⸗ heim gefundener.
Ein Schloß mit darin befindlichem Schlüſſel.
Sechs Bronzeſchlüſſel und der Griff eines großen Exemplars. Drei eiſerne Schlüſſel, der eine zeigt die älteſte Schlüſſelform eines lateiniſchen T. Über die Form der römiſchen Schlüſſel und die Einrichtung der Schlöſſer hat v. Cohauſen eingehend in den Naſſauiſchen Annalen Bd. XllI(1874) gehandelt, auf welche Abhandlung wir hier verweiſen, indem wir nur bemerken, daß die nach Cohauſen am häufigſten vorkommende Art der Schlüſſel, welche dazu dienen, aus dem durchbrochenen Schloß⸗


