Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2)

1²³.

münſter gefundenen, deren Scheibe einen Krug vorſtellt, einer ſog. Urnenfibel. Durch mehrere Exemplare iſt dann zunächſt vertreten eine aus Italien, wie es ſcheint, importierte Fibel⸗ form. Die Nadel iſt durch eine in einer querliegenden Hülſe befindliche Feder mit dem gerippten Bügel verbunden, der als bloße Verzierung auf einem ebenen, 23 em breiten Bronze⸗ ſtreifen aufſitzt, welcher mit einem runden, breiteren Aufſatz von gewelltem und durchbrochenem Bronzeblech verziert iſt. An dieſes ſcheibenförmige Mittelſtück der Fibula ſchließt ſich ihr unterer Teil an, auf deſſen Rückſeite der Haken zur Aufnahme der Nadel befeſtigt iſt. Dieſer untere Fortſatz iſt genau wie der Bügel gerippt. Abgebildet ſind ſolche Fibulä bei Linden⸗ ſchmit A. u. h. V. NI. 12. IlI. Ferner iſt eine aus der in unſerer Gegend früher ſchon heimiſchen Fibel hervorgegangene Form mit freiliegender Spirale und fenſterartig durchbrochenem Nadelhalter durch zahlreiche Exemplare in verſchiedenen Größen(bis zu 16 cm Länge) vertreten. Zahlreich ſind dann die der ſpäteren Kaiſerzeit angehörigen ſogenannten Armbruſt⸗ fibeln vorhanden, darunter beſonders eine ſehr ſtattliche ver⸗ goldete aus Mariamünſter. Bei den älteren derſelben ſitzt die Nadel an einer in einer Hülſe liegenden Spirale, während bei den jüngeren an die Stelle der Spirale das Charnier tritt. Endlich ſind eine größere Anzahl in verſchiedener Weiſe ver⸗ zierter Rund⸗ oder Scheibenfibeln ausgeſtellt. Auf die zahl⸗ reichen kleinen Varietäten können wir hier natürlich nicht ein⸗ gehen; erwähnen wollen wir nur noch eine zur Heyl'ſchen Sammlung gehörige, die aus dickem Golddraht in der Weiſe gebildet iſt, daß als Zierplatte derſelbe in vielen Windungen ſpiralförmig gewundene Draht dient, aus dem auch die Nadel ſelbſt beſteht.

Haarnadeln zum Feſtſtecken des Haares. Es ſind 9 ſilberne Nadeln und viele aus Bronze und Knochen ausgeſtellt. Der Knopf der ſilbernen iſt bald eine Kugel, bald ein Würfel, oder ein Dodekaeder, oder ein Ikoſaeder. Die aus Bronze ſind meiſt glatte Nadeln ohne Knopf, nur mit einigen Reiſchen verziert; einige der Heyl'ſchen Sammlung haben jedoch auch reichere Verzierungen. Am meiſten verziert iſt der Knopf bei den