Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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wenigſtens römiſche Särge waren. Sämtliche Särge waren im Mittelalter mehrmals wieder benutzt worden, denn ſie enthielten alle mehrere Gerippe. Es kann dies nicht auffallend erſcheinen, wenn man bedenkt, daß in der Nähe von Worms kein Sandſtein vorhanden iſt, weite ſchwere Transporte aber bei der vollſtändigen Verwahrloſung der Straßen, die bald nach dem Abzug der Römer einriß, höchſt be⸗ ſchwerlich und koſtſpielig ſein mußten. Da war es natürlich, daß die Bewohner immer wieder bereitwilligſt die einmal vorhandenen Steine benutzten, ja dieſelben geradezu aufſuchten. Da ſich in den beſprochenen Särgen keine den Gräbern der fränkiſchen Zeit eigene Beigaben fanden, ſo muß die Benutzung offenbar erſt in einer Zeit ſtatt⸗ gefunden haben, als bereits das Chriſtentum die heidniſche Sitte, Beigaben mit ins Grab zu geben, voelſtändig unterdrückt hatte. Darauf weiſt ja auch ſchon der Ort der Beſtattung an der Seite des chriſtlichen Domes hin, an deſſen Stelle jedenfalls auch die älteſte chriſtliche Kirche geſtanden hat. Umgekehrt nötigt wieder der Umſtand, daß in ſämtlichen Särgen mehrere Leichen lagen, die letzte Benutzung nicht allzu ſpät anzuſetzen, da ſchon durch die älteſten fränkiſchen Concilien(z. B. das von 578 und das von 585) verboten wurde, mehrere Leichen in einem Grabe übereinander zu legen. Dieſes Verbot erneuerte Karl der Große durch ein eigenes Kapitular und der heilige Bonifacius in ſeinen Statuten. Man wird alſo die letzte Benutzung der Särge wohl nicht über die Zeit Karls des Großen hinaus anſetzen dürfen. Leider ſind die beiden intereſſanten Särge mit den Inſchriften, von denen der mit der römiſchen Inſchrift wenigſtens eine Zeitlang in der Nikolauskapelle aufbewahrt wurde, ſpäter ſpurlos verſchwunden. Trotz verſchiedener Erkundigungen iſt es dem Verfaſſer nicht gelungen, Näheres darüber zu erfahren.

Kehren wir nun wieder zurück zur Zuſammenſtellung von Nach⸗ richten über römiſche Funde vor dem Mainzer Thor. Da haben wir vor allen Dingen von der Sammlung eines Mannes zu berichten, der in den 40er und 50er Jahren mit großem Eifer die verſchiedenſten Antiquitäten ſammelte. Es war dies der frühere Bäckermeiſter Bandel, der damalige Beſitzer der ſogenannten Eulenburg und des großen an dieſelbe anſtoßenden Gartens vor dem Mainzer Thor mitten in dem Gebiet, das wir oben als römiſche Begräbnisſtätte bezeichnet haben. Bandel ſammelte, was er von römiſchen Steinen und anderen Sachen