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bekommen konnte, fand aber vor allen Dingen ſelbſt eine größere Anzahl Inſchriftſteine, Särge und andere Antiquitäten in dem ge⸗ nannten Garten beim Roden für den darin befindlichen Wingert. So kam Bandel in den Beſitz einer ſehr ſtattlichen Sammlung römiſcher, in Worms und der nächſten Umgebung gefundener Altertümer, die für ein hieſiges Muſeum ein ſchöner Grundſtock geweſen wären. Bandel beſaß unter anderm 3 römiſche Altäre mit Inſchriften und einen in Neuhauſen gefundenen mit Inſchrift verſehenen römiſchen Steinſarg eines Rechenlehrers(ſiehe Teil III, a. Nr. 6); ferner die ſchon er⸗ wähnten chriſtlichen Grabſteine der früheſten fränkiſchen Zeit und den Stempel eines Augenarztes mit vierfacher Inſchrift. Außer dieſen In⸗ ſchriftſteinen beſaß er mehrere Altäre und Fragmente ſolcher ohne Inſchriften mit und ohne Bildwerke, ſo einen, deſſen Seiten die Juno, den Herkules und den Mercurius zeigten. Ferner hatte Bandel viele Legionsziegel, beſonders der 22. Legion geſammelt, außerdem auch Gefäße jeglicher Art mit und ohne Töpfernamen, zum Teil mit ſchönen Verzierungen, nicht wenige in terra sigillata und viele Bronzeſachen. Verkaufte doch Bandel allein von den letzteren einmal eine Kollektion für 500 fl.; man kann daraus erſehen, wie zahlreich ſeine Funde geweſen ſein müſſen, beſonders wenn man den damaligen geringen Geldwert ſolcher Gegenſtände in Anſchlag bringt. Leider ſollten aber auch dieſe zahlreichen Funde nicht in unſerer Stadt bleiben, obwohl ſie der Beſitzer gern ſeiner Vaterſtadt erhalten geſehen hätte. Bandel zog im Jahr 1862 von Worms weg. Er bot damals ſeine Samm⸗ lung für einen ganz unbedeutenden Preis der Stadt zum Kauf an; unbegreiflicher Weiſe war aber in dem damaligen Stadtvorſtand, ob⸗ wohl bereits längſt in Mainz das römiſch⸗germaniſche Centralmuſeum gegründet war, obwohl man allerwärts bereits bedacht war, die ge⸗ fundenen Altertümer zu ſammeln, noch ſo wenig Intereſſe für dieſe Zeugniſſe der früheſten Geſchichte unſerer Stadt vorhanden, daß man das Angebot einfach abwies. So wurde die Sammlung aufgelöſt und zerſtreut, nur ein Teil derſelben wurde von Mainz erworben und blieb ſo wenigſtens in der Provinz Rheinheſſen.
Andere wichtige Funde waren 20 Jahre früher nach Wiesbaden gekommen. Am 8. Jan. 1842 nämlich fanden Arbeiter beim Roden in einem Wingert des Herrn G. Renz etwa 200 Schritte öſtlich von der Mainzer Chauſſee nicht fern von der Liebfrauenkirche in einer


