Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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eine ſchön geſchriebene Wormſer Handſchrift der erſten Bücher des Livius zur Verfügung geſtellt habe, eine Nachricht, die auch auf großes Intereſſe dieſes Geiſtlichen für das römiſche Altertum ſchließen läßt. Alles damals Gefundene iſt wieder verloren gegangen. Aber auch im früheſten Mittelalter ſchon wurden von den Franken, die nach den Römern unſere Stadt bewohnten, römiſche Gräber offenbar in großer Zahl wieder aufgedeckt. An der Schillerſtraße fand man 1881 eine vollſtändige fränkiſche Beſtattung in einem römiſchen Stein⸗ ſarg, fränkiſche Plattengräber mit Reſten römiſcher Inſchriften auf der Schmalſeite, ferner als Deckplatte eines Plattengrabes im Jahr 1883 den Grabſtein eines Soldaten(custos armorum) der zweiten parthiſchen Legion.

Wie häufig dieſes Verfahren auch ſpäter noch befolgt wurde, zeigt ein intereſſanter Fund, der im Jahre 1834 auf dem freien Platz auf der Südſeite des Domes gemacht wurde. Hier fand man nänlich bei den Planierungsarbeiten 20 Steinſärge, darunter einen mit folgender Inſchrift:

0CTAVIAE AMANDE CONIVG CARISSIMAE LASSONIVS FIRMINVS. F. O.

Der Octavia Amanda, ſeiner teuerſten Gattin, ließ Laſſonius Firminus(dieſen Sarg) machen.

Der dazu gehörige ſchwere, auf der oberen Seite gewölbte Deckel hatte 3 eiſerne Ringe, wahrſcheinlich zum leichteren Abheben; auf der unteren flachen Seite desſelben ſtand in lateiniſcher Uncialſchrift der Name EBBO WOLFGA&NG.

In der einen Seitenwand eines anderen dieſer Särge ſtand WOFFELIN, auf der unteren Seite des dazugehörigen Deckels: FRIDEKIN.

Lange beſchreibt in ſeiner Geſchichte der Stadt Worms die Särge folgendermaßen:Sie waren meiſt ſehr maſſiv und roh geformt, mehr oder minder geräumig und mit ſchweren ſteinernen Deckeln ver⸗ ſehen, welche entweder auf beiden Seiten flach, oder auf der oberen gewölbt und zum Teil mit einfachen Bandſtreifen durchkreuzt waren. Dieſe Verzierung war offenbar dieſelbe, wie die, welche ein aus Neu⸗ hauſen ſtammender ſpätrömiſcher Sargdeckel des Paulus⸗Muſeums zeigt. Die Inſchrift macht es zweifellos, daß ein Teil dieſer Särge