Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

daß hier eine ganze Anzahl römiſcher Grabſteine und Denkmäler unter der Erde gefunden worden, S. 3:in dieſen Särgen oder Trögen hat man gefunden von rother Erden gemacht und mit Aſche gefüllte Krüglein wie auch Schüſſeln und Ampeln, welche man brennend(1) vermerket, aber bei Eröffnung ſobald erloſchen ſind. Was derartiges in der Stadt zur Zeit ihrer Zerſtörung vorhanden war, ging alles zu Grunde. Nach der Zerſtörung haben ſich im vorigen Jahrhundert beim Bauen der Häuſer entlang der Mainzer Straße, die das Gräberfeld quer durchſchneidet, jedenfalls viele Funde ergeben, ohne daß dieſelben weiter beachtetet worden wären. Auch bei den wenigen ſtädtiſchen Arbeiten, die im vorigen Jahrhundert vor⸗ genommen wurden, kamen gelegentlich römiſche Grabfunde vor, wie ein im ſtädtiſchen Archiv befindlicher Briefwechſel des Straßburger Profeſſors Schöpflin mit dem Rat der Stadt Worms aus dem Jahre 1737 beweiſt. Schöpflin ſchrieb am 18. November 1737, er habe wiederholt von Studioſis vernommen, daß einige Stücke aus dem römiſchen Altertum, ſo man im Wormbſiſchen Territorio gefunden, ſich annoch im daſigen Rathaus befänden. Da er nun auf Königl. Befehl an einer elſäſſiſchen Hiſtorie arbeite, und auch zugleich die Antiquitäten der benachbarten Völker derſelben einzurücken gedenke, ja auch ſeit 10 Jahren mit vielen Unkoſten ein Kabinet von dergleichen alten Überbleibſeln als Inſkriptionen, Urnen, allerhand Inſtrumenten aufgerichtet, ihm aber eines Hochlöbl. Magiſtrats von Worms Generoſität und Neigung, Kunſt und Viſſenſchaft zu unterſtützen, öfters gerühmt worden, ſo nehme er ſich die Freiheit, um die Kommunikation gemeldeter alten Stücke gehorſamſt zu erſuchen. Nach⸗ dem Schöpflin noch eine Empfehlung des in Worms bekannten Generals de Balincourt, der damals Kommandant im Elſaß war, hatte einfließen laſſen, verſpricht er am Schluß ſeines Schreibens, ſich der Wormſer ſtudierenden Jugend mit beſonderem Eifer annehmen zu wollen.

In der Antwort des Magiſtrats auf dieſes Schreiben Schöpflins heißt es nach einer Einleitung:allmaßen es nun nicht ohne iſt, daß in allhieſiger Stadt verſchiedene Stücke von römiſchen Antiquitäten, als Inſcriptiones, ſteinerne Särcke, Vaſa, Urnen und anderes ſeithero gefunden worden, und nooch dato ſich entdecken, alſo wird uns eine Freude ſein, wenn mit dem Wenigen, was wir davon beſitzen, unſerm