und dem heutigen Mainzer Thor gelegenen Bodens längſt aufgefunden worden, wenn auch nichts Sicheres mehr darüber ermittelt werden kann. Mit Beſtimmtheit iſt dem Verfaſſer nur von verſchiedenen Grabfunden in der Judengaſſe Mitteilung gemacht worden, und ſind auch verſchiedene hier gefundene kleine römiſche Gefäße ins Paulus⸗ muſeum abgeliefert worden. Während die Nachrichten über Funde innerhalb der Stadtmauer nur ſehr ſpärlich ſind, können über römiſche Funde auf dem vorhin bezeichneten großen Gebiete außerhalb der Stadt⸗ mauer um ſo zahlreichere Angaben gemacht werden. Bis zur Zer⸗ ſtörung der Stadt 1689 waren eine ganze Anzahl römiſcher Grab⸗ ſteine an den beiden Seiten des heute Mainzer Thor, früher Martinspforte genannten Ausgangs der Stadt und in dem hier vorüberziehenden Feſtungsgraben aufgeſtellt. Dieſelben wurden 1666 bei den Arbeiten an der Mauer und dem früher breiten und tiefen, jetzt ganz ausgefüllten Graben in der Nähe gefunden. In einer handſchriftlichen Aufzeichnung aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts im ſtädtiſchen Archiv heißt es:„Als im Jahre Chriſti 1666 bei dem Martinsthor der Graben vor dem Wall zurecht gemacht wurde(gelegentlich der Anlage ſtarker Ravelins) ſind ziemlich viel Denkmäler und Grabſtätten, irdene Gefäße, ſo teils leer, teils mit verſengten Knochen und Aſche angefüllt geweſen, ausgegraben worden ſamt einer ſehr großen Menge menſch⸗ licher Knochen der Verſtorbenen, welche zum Teil zerſtreut und durch⸗ einander gelegen. Unter welchen an dem 11. Juli eine Totenlade oder Sarg von Stein mit einem gewölbten Deckel von feiner Arbeit und mit folgender Inſchrift gefunden wurde.“(Es folgt die Inſchrift des im Muſeum aufbewahrten Sarges).
Der Sarg wurde auf Anordnung des Magiſtrats in den Bürger⸗ hof gebracht. An anderer Stelle derſelben Aufzeichnung heißt es: „Es werden auch innerhalb des Martinsthor aufbewahrt aus vielem anderen, was unter die Fundamente des Walles ſelbſt gelegt worden iſt, mit und ohne Inſchriften, 3 Reiterſtatuen und ein vierter Grab⸗ ſtein eines Soldaten, ſowie auch ein Kopf von alter Arbeit zur Hälfte mit langem Haupthaar, dem ein langer Bart und königliche Kleidung der folgenden Jahrhunderte hinzugefügt worden iſt, über der Bruſt⸗ wehr des Thores ſelbſt.“
In einer gleich nach der Zerſtörung der Stadt durch die Fran⸗ zoſen im Jahre 1690 erſchienenen Schrift heißt es, nachdem bemerkt,


