Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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auch noch viele Aſchenbeſtattungen gefunden wurden, die Beſtattungen in Stein⸗ und Holzſärgen aber doch viel häufiger waren. Überall aber fanden ſich hier die Beweiſe, daß gerade dieſes Gebiet wiederholt zum Begräbnisplatz benutzt worden iſt. Die meiſten der von dem Altertumsverein geöffneten Gräber gehörten der ſpäteren römiſchen Kaiſerzeit an; überall aber, auch wo nicht gerade die Reſte mehrerer Körper übereinander lagen, fanden ſich Reſte von Beſtattungen der früheren römiſchen Kaiſerzeit. Es ſcheint hiernach, daß wir in Mariamünſter das älteſte römiſche Gräberfeld vor uns haben, das in der letzten römiſchen Zeit nur teilweiſe noch benutzt und dann ganz verlaſſen worden iſt. Dafür ſpricht auch der Umſtand, daß in Maria⸗ münſter nicht wie im Norden und Weſten der Stadt an die römiſchen Beſtattungen ſich ſolche aus fränkiſcher Zeit angeſchloſſen haben. Nur ein fränkiſches Frauengrab und zwar, wie es ſcheint, aus ziemlich ſpäter Zeit, wurde im Jahr 1882 von Herrn Märthesheimer in einiger Entfernung von den römiſchen Gräbern gefunden. Es iſt dies das einzige, von dem wir wiſſen, während auf der anderen Seite der Stadt römiſche und fränkiſche Gräber ganz gemiſcht durcheinander liegen.

Ein noch weit ausgedehnteres Gräberfeld als auf der Siüdſeite der Stadt war auf der Nordſeite derſelben. Dasſelbe reichte bis in die heutige Stadt hinein, wie wir hernach ſehen werden, wohl bis zum Dominikanerplatz, berührte mit der Südweſtecke die heutige Siegfried⸗ ſtraße bis zur Wielandſtraße, die Grenze ging dann, wie es ſcheint, quer hinüber bis in die Nähe des Gymnaſiums. Von dieſer Grenz⸗ linie ab dehnte ſich die Begräbnisſtätte weit hinaus bis zur Liebfrauen⸗ kirche hin aus. Die Ausdehnung nach der Stadtſeite hin beſtimmen neuerdings im Jahre 1883 gemachte Funde. Beim Ausgraben der Keller der von Herrn Bauunternehmer Paul Schmidt an die Stelle des alten Dominikanerkloſters gebauten Häuſer erwies ſich der Boden als aufgefülltes und ganz mit Trümmern römiſcher Gefäße durchſetztes Terrain. Beim Graben eines Brunnens aber ſtieß man in der Tiefe von 28 Fuß auf römiſche Gräber; aus der kleinen Brunnenfläche konnte eine ganze Anzahl römiſcher Sigillatagefäße erhoben werden. Ob noch mehr in dieſer Tiefe begraben liegt, hat bis jetzt noch nicht konſtatiert werden können; was höher gelegen hat, iſt jedenfalls bei

der von jeher dichten Bebauung des zwiſchen dem angegebenen Punkt 2*½