Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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worden ſind, am 23. Auguſt d. J. 1728 von Arbeitern beim Roden Glasgefäße neben einem menſchlichen Leichnam in einem Steinſarg gefunden. Außen lag ein Krug und eine irdene Schale. Die Leiche war noch wohl erhalten und hatte noch ſämtliche Zähne. Die um die Leiche ſtehenden Glasgefäße waren Schalen ähnlich und faſt mit Waſſer gefüllt. Der Sarg ſelbſt war 6 Schuh lang, 2 breit und ebenſo hoch, aber leider ohne Inſchrift. Südlich des Schildweges aber wurden weſtlich von dem vom Altertumsverein unterſuchten Gebiet beim Sandabfahren durch Herrn Schüttler und Herrn Märthesheimer ebenfalls zahlreiche römiſche Gräber entdeckt. Die gefundenen Gegen⸗ ſtände wurden von denſelben verſchenkt und dann nach außen ver⸗ kauft; ſie ſind jetzt nicht mehr im einzelnen nachzuweiſen. Herr Märthesheimer hat noch in den letzten Jahren hier Sand gegraben und das dabei Gefundene bereitwilligſt dem Muſeum überlaſſen. Außer römiſchen Thongefäßen waren es mehrere Gläſer und eine An⸗ zahl römiſcher Armringe; ein römiſches Grab fand er 1882, das, die Richtigkeit der Angabe vorausgeſetzt, eine ſonſt von uns nicht ge⸗ fundene Anlage geweſen iſt. Während wir nänlich zahlreiche Aſchen⸗ beſtattungen mit großen römiſchen Ziegeln umſtellt in Mariamünſter gefunden haben, wie die im Muſeum aufgeſtellten Gräber zeigen, war in dieſem Grab eine nicht verbrannte Leiche in ein Haus von Ziegeln, das alſo die Größe eines Holzſarges gehabt, gebettet. Ich habe leider erſt von dem Fund erfahren, als das Grab bereits aus⸗ gegraben war. Die Ziegeln lagen noch da, und die Arbeiter haben mir den Fund auf's genaueſte beſchrieben. Die Beigaben waren die gewöhnlichen. Herr Schüttler behauptet, namentlich viele Gläſer in den verſchiedenſten Formen gefunden zu haben, mehrmals habe er einen ganzen Korb voll zuſammen gehabt, die er dann einer hieſigen Frau geſchenkt, die einen förmlichen Handel mit hier ge⸗ fundenen Altertümern betrieb. Einmal hat Herr Schüttler auch einen Bleiſarg geſunden, den er zum Einſchmelzen verkaufte. Es iſt dies der einzige auf den hieſigen Grabfeldern gefundene Metallſarg, von dem mir Kunde geworden iſt.

Im allgemeinen kann in betreff der römiſchen Gräber in Mariamünſter geſagt werden, daß namentlich auf dem von der Heyl'ſchen Fabrik bedeckten Gebiet die Aſchenbeſtattung vorgeherrſcht hat, daß dagegen auf dem von dem Verein unterſuchten Gebiete zwar