gefunden, die jetzt zum großen Teil im Muſeum aufbewahrt werden. Der Herr Geh. Kommerzienrat Heyl teilte dem Verfaſſer mit, daß er ſich deutlich aus ſeiner Jugend erinnere, daß man einſt auf einen kellerartigen Raum geſtoßen ſei, in dem eine ganze Anzahl römiſcher Aſchenurnen ſich befunden hätte. Die Richtigkeit dieſer Mitteilung vorausgeſetzt, würden wir es hier offenbar mit einem römiſchen Kolumbarium zu thun haben, d. h. einer gemeinſamen Grabkammer, in der in Niſchen die Urnen der hier Beſtatteten aufgeſtellt ſind. Leider erinnert ſich Herr Heyl nicht mehr genau der Stelle, wo der Fund gemacht wurde, und der Arbeiter, die die betreffenden Erd⸗ arbeiten ausgeführt haben; daher war es bis jetzt noch nicht möglich, eine anderweite Beſtätigung dieſer Mitteilung zu erhalten. Herr Kommerzienrat Heyl hat in ſpäteren Jahren auch beſondere Aus⸗ grabungen vornehmen laſſen und zwar in dem zunächſt nördlich von dem genannten Schildweg gelegenen Gebiet. Hierbei wurden die zahl⸗ reichen Urnen, die noch heute in einer Niſche des Heyl'ſchen Gartens aufgeſtellt ſind, ebenſo Kinderſpielzeug, ein Vögelchen aus Thon, ver⸗ ſchiedene Gläſer und römiſche Münzen gefunden. Da bei dieſer Aus⸗ grabung, geraume Zeit vor der Gründung des Paulus⸗Muſeums, nur die ganz gebliebenen Fundſtücke aufbewahrt wurden, die meiſten Sachen aber wohl ebenſo wie ſüdlich des Weges trotz der größten Vorſicht zerbrochen aus der Erde kamen, ſo kann man aus der Menge des doch noch Vorhandenen auf die große Zahl der einſt hier im Boden begrabenen römiſchen Objekte ſchließen. Bei faſt allen Neu⸗ bauten ferner in Mariamünſter ſind regelmäßig, ſo z. B. noch im vorigen und vorvorigen Jahre römiſche Gräber aufgedeckt worden. Selbſtverſtändlich ſind aber in den früheren Jahrhunderten bei Er⸗ richtung der früher hier dicht an dem Turm Aul ſtehenden Meinhardskirche, der Kloſtergebäude von Mariamünſter, der Feſtungsmauer und dem Feſtungsgraben und anderen Gelegenheiten ebenfalls, möglicher Weiſe noch zahlreichere römiſche Funde hier gemacht worden. Doch iſt darüber nur wenig Beſtimmtes überliefert. In einer handſchriftlichen Aufzeichnung aus dem vorigen Jahrhundert findet ſich folgende Notiz in lateiniſcher Sprache, die ich in deutſcher Sprache etwas verkürzt hier wiedergebe:„Bei der St. Meinhardskirche iſt ein Grabhügel, der für den eines Rieſen gilt; in der Nähe iſt der Heidenkirchhof. Bei dieſem wurden, wie auch ſonſt
hier Gräber, Urnen, Lampen, Münzen, Schalen gelegentlich gefunden 2


