Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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curius und der keltiſchen Gottheit Rosmerta gefunden. Ferner waren Herkules, Vulkan und Merkur auf einer Ara bildlich dargeſtellt, auf einer anderen Juno, Herkules und Merkur. Auf einer im Hof des Herrn Franz Valckenberg in einem römiſchen Brunnen 1880 gefundenen mit Relief geſchmückten Sandſteinplatte ſtehen Minerva, Merkur und Bulkan nebeneinander.(S. Tfl. V. 1.) Vor zwei Jahren endlich wurde in dem benachbarten Wiesoppenheim ein Denkſtein der Parcae entdeckt und ins Paulus⸗Muſeum verbracht. Aus verſchiedenen Um⸗ ſtänden läßt ſich, wie wir ſehen werden, ſchließen, daß die als Parcae bezeichneten Gottheiten in Worms und Umgegend ganz beſondere Ver⸗ ehrung genoſſen haben. Auch die Inſchriften der hier gefundenen Altäre enthalten keine Zeitangaben. Mit Ausnahme eines Steines, den ein Präfekt der Reiterei weihte, ſind alle anderen von Privat⸗ leuten geſtiftet, deren Stand nicht weiter angegeben zu werden pflegt. Die Namen derſelben aber ſind echt römiſche Namen, die nicht wie die auf den oben erwähnten frühchriſtlichen Grabſteinen dem Deutſchen ſich nähern.

Wenn aber auch ſomit die Inſchriften uns nur wenig über die bürgerlichen Verhältniſſe unſerer Stadt in römiſcher Zeit mitteilen, ſo können wir doch die Bedeutung der Stadt und die Wohlhabenheit der Bewohner derſelben ſowohl aus den zahlreichen wertvollen römiſchen Funden erkennen, als auch aus dem großen Umfang, den die bürger⸗ liche Niederlaſſung nach den an die Stadt ſich anſchließenden Begräb⸗ nisſtätten gehabt zu haben ſcheint.

Es befinden ſich nämlich zwei große römiſche Begräbnisſtätten im Norden und im Süden der heutigen Stadt. Einen kleinen Teil des ſüdlichen Gräberfeldes hat der Altertumsverein im Sommer 1882 unterſucht, nämlich den ſüdlich von Maria⸗Münſter hinziehenden Schildweg und ein Stück Land ſüdlich dieſes Wegs. Dieſes Gräber⸗ feld hat ſich aber ſowohl ſüdlich des Weges noch weithin ausgedehnt, als auch nördlich desſelben das ganze Gebiet der heutigen Fabrik⸗ anlagen in Mariamünſter bedeckt. Seitdem Mariamünſter im Beſitz der Heyl'ſchen Familie iſt, ſind daſelbſt zahlreiche römiſche Altertümer gefunden worden, und iſt eben dadurch auch der Verein zu ſeiner Ausgrabung im Jahre 1882 veranlaßt worden. Schon der erſte Inhaber der Firma Heyl, der Großvater der jetzigen Herren, hat gelegentlich bei Bauten zahlreiche römiſche Aſchenurnen