Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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15. von Oppenheim abgeſehen, von Mainz an weit rheinaufwärts der einzige Ort, wo ein Höhenzug bis dicht an den Rhein heranreicht, ſondern es liegt auch an dem Ausgang mehrerer weit ins Innere der Pfalz führenden Thäler und bildete deshalb auch zur Zeit der Römer den Knotenpunkt eines verzweigten Straßennetzes.

Von den bürgerlichen Zuſtänden der Stadt erfahren wir aus den Schriftſtellern und den gefundenen Inſchriften noch weniger als über die militäriſchen Verhältniſſe derſelben. Die Stadt war ein municipium, wie ſie von Ammianus Marcell. XV 11 ausdrücklich genannt wird, ſie hatte alſo römiſches Bürgerrecht. Wie wir oben ſchon geſehen, war ſie mit den umliegenden Orten zu einer civitas conſtituiert, wie ſie Ammianus XVI 2 und in der von Profeſſor Zangemeiſter entdeckten Inſchrift genannt wird. Daß wie in anderen Municipien auch hier die drei Stände Decuriones, Augustales und plebs vorhanden waren, iſt für die beiden erſten inſchriftlich bezeugt. Auf derſchon mehrfach erwähnten Inſchrift wird ein decurio d. h. ein Mitglied des Senates genannt, auf einem im vorigen Jahrhundert leider auch zu Grunde gegangenen mit einer Inſchrift verſehenen Steinſarg wurde ein VI vir Augustalis corporis iuniorum genannt; das heißt, der in dieſem Sarg Beerdigte gehörte zu den Auguſtales, einer Bürgerklaſſe, die wie die römiſchen Ritter die Mitte einnahm zwiſchen den Decuriones(Senatoren) und der Plebs, dem niederen Volke. Dieſer Stand bildete ſich aus dem für jedes Jahr neu gewählten Kollegium von ſechs Männern, die die Ausübung des Kaiſerkultus und die Feier der kaiſerlichen Feſte zur beſonderen Aufgabe hatten. Dieſer Stand zerfiel nach unſerer Inſchrift in ein corpus seniorum und in ein corpus iuniorum, d. h. eine Abteilung der älteren und eine ſolche der jüngeren Bürger.

Wann das Chriſtentum bei der hier wohnenden Bevölkerung eingeführt worden iſt, darüber fehlt jede beſtimmte Nachricht. Intereſſant iſt jedoch, daß hier in der Nähe der Liebfrauenkirche auf dem älteſten fränkiſchen Friedhofe ſich frühchriſtliche Grabſteine in lateiniſcher Sprache gefunden haben, die zu den älteſten Steinen dieſer Art gehören. Wir werden die Inſchriften unten am Schluſſe des Ill. Abſchnittes mitteilen.

In der heidniſchen Zeit ſcheinen Jupiter und Juno ſich hier beſonderer Verehrung erfreut zu haben, denn es haben ſich hier 4 dem höchſten Gott geweihte Altäre gefunden, während 5 ihm und der Juno zugleich geweiht ſind. Außerdem hat ſich ein Altar des Mer⸗