Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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wohl die älteſte der in Worms gefundenen Inſchriften iſt.(Näheres ſiehe

im IIl. Teile c. Nr. 1.) Auch ein Tribun der VII. Legion kommt auf einem Grabſtein vor, derſelbe war aber, als er in Worms ſtarb, zum Reiterpräfecten avanciert, ſo daß der Stein für die Anweſenheit der VII. Legion nichts beweiſt. Endlich iſt auf einem vor 2 Jahren an der Schillerſtraße gefundenen Grabſteine ein custos armorum ſſiehe Il. Teil b. Nr. 6) der II. Legion, der Parthiſchen, genannt.

Weit zahlreicher ſind dagegen die Abteilungen von Hilfsvölkern, deren Anweſenheit am hieſigen Orte durch Inſchriften bezeugt wird, nämlich: die(erſte) Cohorte der Rätier(in Tyrol und der Schweiz), die ſiebente Cohorte der Breuci(in Pannonien,, die erſte der Thracier, ferner die alae Hispanorum, Scubulorum, Sebosiana, Agrippiana und Indiana.

Die Zeit, wann die betreffenden Steine geſetzt worden ſind, iſt auf keinem angegeben, es iſt deshalb auch nicht zu beſtimmen, wann und in welcher Reihenfolge die betreffenden Abteilungen hier gelegen haben. Da es aber nach der Zahl der Steine und der auf ihnen genannten Heeresabteilungen doch jedenfalls wahrſcheinlich iſt, daß dauernd eine römiſche Garniſon, wenn auch keine große, hier gelegen hat, ſo wird man wohl auch ein römiſches castellum für unſere Stadt anzunehmen haben, obgleich dasſelbe bis jetzt noch nicht ſicher nach⸗ gewieſen iſt. Man müßte dasſelbe jedenfalls an der höchſten Stelle des Bodens der Stadt ſuchen, alſo am Luginsland und Neuſatz. Gerade dort nun ſoll im Anfang der 50er Jahre römiſches Mauerwerk auf⸗ gedeckt worden ſein, auch ſoll der unten näher zu beſchreibende Altar des Mercurius und der Rosmerta an dieſer Stelle gefunden worden ſein; ebenſo wurde dem Verfaſſer verſichert, daß bei dem Bau der früheren Lederfabrik Wormatia in der Nähe dieſer Stelle zahlreiche römiſche Funde gemacht worden ſeien. Es wird daher Aufgabe des Altertumsvereins ſein, in den nächſten Jahren auf dieſem Gebiete um⸗ faſſende Nachforſchungen anzuſtellen, um womöglich das Vorhandenſein eines Caſtells an dieſer Stelle beſtimmt zu conſtatieren. Vom älteren Druſus haben wir die Nachricht, daß er zahlreiche Caſtelle am Rhein entlang angelegt habe; es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß auch Borbeto⸗ magus einer der Orte war, die damals durch eine militäriſche Anlage geſichert wurden. War doch der Ort in der That für die Römer jedenfalls von nicht geringer Bedeutung. Denn nicht bloß iſt Worms,