Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 1. Teil
Entstehung
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wurden ſie auch diesmal bald wieder unterworfen. Auch im Jahre 356 wagten ſie wieder am Kampf gegen die Römer ſich zu beteiligen, wurden aber nach Ammian. Marc. XVI cap. 4. von Julianus voll⸗ ſtändig geſchlagen. Dieſer Niederlage folgte eine neue im Jahre 364 unter dem Kaiſer Valentinianus. Als dann in den Stürmen der Völkerwanderung im Jahre 407 Vandalen und Alanen den Rhein überſchritten und weithin alle Orte plünderten und verwüſteten, da vernichteten ſie auch die Vangionen nach langer Belagerung(longa obsidione deleverunt. Salvianus).

Wir wollen aber hier auf die Geſchicke der Stadt in den Zeiten, der Völkerwanderung nicht weiter eingehen, im allgemeinen teilte die⸗ ſelbe das Schickſal der rheiniſchen Bevölkerung überhaupt.

Daß während der Zeit der römiſchen Herrſchaft dauernd in unſerer Stadt eine Abteilung römiſcher Soldaten gelegen, wird zwar nicht von Schriftſtellern, wohl aber hinlänglich durch die hier ge⸗ fundenen Grabſteine römiſcher Soldaten bezeugt. Nach den Grab⸗ ſteinen zu urteilen, ſcheint vorzugsweiſe eine Reiterabteilung hier in Garniſon gelegen zu haben, die wahrſcheinlich von Mogontiacum hier⸗ her beordert und von Zeit zu Zeit wieder durch eine andere abgelöſt wurde. Dasſelbe gilt wohl auch von den wenigen Legionen, die hier Spuren von ſich zurückgelaſſen haben. Die 22. Legion, die ſo lange in Mainz geſtanden und dort auf zahlreichen Denkmälern erwähnt wird, hat hier nur wenige Zeichen ihrer Anweſenheit hinterlaſſen. Schannat führt in ſeiner Historia episcopatus Wormatiensis S. 3 eine frag⸗ mentierte römiſche Inſchrift an, die früher an der Mauer des biſchöf⸗ lichen Palaſtes eingemauert geweſen ſei und gelautet habe:

LEGI. XX PP Julius Primus, Soldat der 22. Legion IVL. PRIMVS. der erſtgeworbenen, getreuen.

Wie der Beiname der Legion zeigt, muß es nicht XX, ſondern XXII heißen. Ferner haben ſich einige Ziegel mit dem Stempel dieſer Legion hier gefunden; doch ſind es auch dieſer nur wenige. Im Paulus⸗ Muſeum ſind bis jetzt nur 4 Stück. In einer früher hier vorhandenen Sammlung ſoll allerdings eine größere Anzahl dieſer Steine vor⸗ handen geweſen ſein. Ferner wird auf einer früher hier gefundenen Inſchrift ein Reiter der 16. Legion erwähnt, die in der erſten Hälfte des 1. Jahrhunderts in Obergermanien ſtand, ſo daß dieſe Inſchrift