gewußt, die den keltischen recht wohl die Spitze bieten konnten. Dies an sich unbedeutende Scharmützel beugte doch eben, weil es ein Reitergefecht war, den Mut der Kelten mehr als eine verlorene Feldschlacht.!) Vereingetorix verzichtete auf den Plan in die römische Provinz einzu- fallen und warf sich mit seiner Hauptmacht, noch etwa 80000 Mann, nach dem festen Alesia im Mandubierlande und hier spielte sich dann der letzte Teil der blutigen Tragödie, wie man das kurze Wirken und Ringen des Vereingetorix wohl nennen kann, unter entsetzlichen Kämpfen und Leiden zu Ende. Nachdem gleich zu Anfang die gallische Reiterei die Überlegenheit der germanischen Reiter hatte empfindlich fühlen müssen,?) entließ Vereingetorix seine ganze Reiterei, bevor die römischen Verschanzungs- linien völlig. geschlössen waren. Hatte er ja doch nur für 30 Tage Proviant und war deshalb seine Lage in Alesia ‚weitaus ungünstiger als in dem"ungleich fester gelegenen ‘Gergovia. Daher legte er den Reitern dringend, ans Herz, ‚sobald als möglich ein Entsatzheer aller Gaue aufzubieten, Er selber hochherzig entschlossen, das Schicksal der belagerten Armee zu teilen, blieb in der Festung.) Bald legten sich zwei starke Verschanzungslinien mit Wällen, Gräben und Türmen wie eherne Ringe um die arme Stadt, eine nach innen gegen die Belagerten gerichtet, die andere in einiger Entfernung nach außen gegen das zu erwartende Entsatzheer, waren ja doch die römischen Legionare Meister in solchen Bauten, So konnte Cäsar dem Entsatzheer mit dem Be- wußtsein entgegensehen, wenigstens alles getan zu haben, um gegen die doppelte Übermacht gerüstet zu sein. Als nun das gallische Heer vor Alesia erschien, war die Not im
1) Mommsen, röm. Geschichte Ill, pag. 262. 2) VII, 70. 3) Mommsen, röm..Geschichte Ill, pag. 263.


