Aufsatz 
Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Waldes
Entstehung
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sorgsamere Waldpflege fordert. Jahr für Jahr erbalten wir erschütternde Nachrichten von Überschwemmungen, durch welche ganze Landstriche verwüstet und Tausende von Menschen an den Bettelstab gebracht worden sind. Hilft man diesen auch durch Almosen über die erste schreckliche Not hinweg, schützt man sie vor dem Hungertode, baut man ihre weggerissenen Hütten wieder auf die Wiesen sind versandet, von den Rckern ist die fruchtbare Erde fortgeschwemmt, und Geröll auf denselben abgelagert. Für lange, wenn nicht für immer, sind die Gemarkungen verdorben; und wenn endlich saurer Fleiß die Spuren der Verheerung äußerlich verwischt hat, schweben die Bewohner in ständiger Gefahr, daß das trübe Spiel von vorne beginne. Um viele Millionen wird das Volksvermögen durch diesen immer wiederkehrenden Notstand gemindert: im November des Jahres 1886 haben die Gewässer in Frankreich einen Schaden angerichtet, welcher im Süden des Landes allein auf mehr als 30 Millionen Frs. geschätzt wurde. Freilich wendet man unge- heure Summen auf sowohl zur Aufführung und Erhaltung von Schutzdämmen längs der Fluß- ufer, als auch zum Herausbaggern der aus den Bergen mit herabgerissenen Sand- und Stein- massen, um damit eine fortdauernde Hebung des Wasserspiegels zu verhüten. Oder wenn dies nicht ausreichend gelingt, erhöht jede neue Generation die Deiche ich erinnere bloß an den Po, dessen Sohle bereits über der Ebene liegt, durch welche er strömt. Aber irgendwo hat eine kleine Ursache den Wall gelockert unterirdische Wühltiere oder eine Senkung, bzw. Rutschung der Erde die nächste Hochflut durchtränkt, erweicht ihn an dieser Stelle; ein Sturm läßt die Wellen oder gar gewaltige Eisschollen anprallen und der geschwächte Deich kann den wiederholten Anstößen nicht mehr widerstehen; durch die Bresche stürzt das Wasser hinaus, reißt zu beiden Seiten den Damm weg und die Ebene ist dem Unheile preisgegeben. Selbst wenn die Uferbauten mit der peinlichsten Sorgfalt aufgeführt, behütet und ausgebessert werden sie müssen ja doch zahlreiche offene Thore haben für die einmündenden Wasserläufe, und diese können ebenfalls wieder zu verheerenden Gießbächen werden. Oder: das Flußbett erweist sich durch die nicht weit genug von einander abstehenden Dämme als zu eng, um die Wassermassen gesteigerter Hochflut wegführen zu können Theiss und ungezählte Millionen würden erforderlich sein, um neue Deiche in größerem Abstand aufzuführen; Tausende von Hektaren des fruchtbarsten Tieflandes müssten geopfert werden, um ein breiteres Flutbett zu schaffen.

Schutzdämme allein thun es also nicht; sie sind wie ein Mittel, mit welchem man der ausgebrochenen Krankheit entgegenzutreten sucht. Es gilt, das Übel an der Wurzel anzufassen, seine Quelle zu verschließen. Seine Quelle aber ist der Regen, ist der Schnee: diese darf man nicht zur zerstörenden Macht werden lassen. Manches Warners Stimme ist ungehört verhallt: Bereits im 16. Jahrhundert mahnt Sully:»La France perira un jour, faute de bois«, und vor 30 Jahren prophezeite unser Landsmann Karl Schurz, als er Minister war, den Amerikanern, daß durch die fortgesetzten Devastationen großes Unglück über das Land hereinbrechen werde, weil die Überschwemmungen sich häufen müssen. Man hat nicht geachtet auf ihn, und nun vergeht kein Jahr, in welchem nicht die Union von furchtbarer Wassersnot heimgesucht würde. »Früher waren die Gebirgsmassen mit dichtem Urwalde bedeckt, aber die tolle Jagd nach Geld- erwerb, ohne die geringsten Rücksichten auf die Folgen, hat die Berge ihres Schmuckes beraubt. Die mächtigen Wassermassen der hier so häufig wolkenbruchartigen Regengüsse jagen, alles verheerend und alles mit sich fortreißend, durch die Thäler der Ebene zu, jene großen Über- schwemmungen verursachend, welchen Johnstown zum Opfer gefallen ist. Seit die Wälder ver- schwunden sind, mußte man jenseits der Alleghanies künstliche Regulatoren schaffen, und ein solcher war auch das große Wasser-Sammelbecken von Connemaugh, das nach den jüngsten