ne coupe l'effrayante monotonie de ce paysage brülé. Sur trois ou quatre kilomètres de lon- gueur on m'aperçoit que des débris de rocs et de graviers provenant du sommet de la montagne. Tout est aride, morne et sinistre dans cet emplacement sur lequel semble reposer une éternelle malediction. Et cependant il n'y a pas 80 ans que le voyageur parcourant ces contrées recher- chait l'ombrage de la superbe foret de chaätaigniers qui dominait le riche petit village du Rozet, aujourd'hui qétruit et enseveli sous les décombres de la montagne! On devine ce qui sest passé. Un jour un misérable spéculateur convoita la forèét; il offrit au Conseil municipal du Rozet la somme de 30 000 francs pour le bois. L'or étranger tenta le Conseil municipal qui, en vendant les chataigniers, vendit le bonheur du pays. Avec les arbres abattus disparut le village et, au bout de peu d'années, les éboulements successifs qui ensevelirent les champs et les terrains des environs, forcèerent les habitants du lieu, à quitter leurs demeures, qui sont aujour- q'hui ensevelies sous les monceaux de pierres.— Wer hat demgegenüber den Mut zur Behauptung, daß dem Eigentümer einer Sache das Recht zustehe, mit derselben zu machen was er will?
Mir selbst ist ein persönliches Erlebnis, welches hier einschlägt, unvergeßlich. Bei einer Pußreise durch Thüringen kam ich vor Jahren auf dem Fuchsturme pei Jena mit dem Turmwart ins Gespräch. Es war mir ein auffallender Gegensatz vor Augen getreten im Ausblicke nach „wei verschiedenen Seiten des nämlichen Thales. Auf der einen stach ein öder Bergabhang mib der plendend hellen Farbe des Kalksteins in der Julisonne unangenehm ab gegen qas frische Grün eines bewaldeten Hanges auf der anderen. Ich äußerte gegen den Alten mein Mißfallen darüber, daß man jenen nicht ebenso bepflanzt habe wie diesen. Da erwiderte er mir, sichtlich erfreut: »Ja, Sie haben ganz recht; wir da qrüben wissen wohl, warum wir's gethan haben, und bereuen's wahrhaftig nicht; wir sind aber auch erst durch Schaden klug geworden. Anno 1829 und 35 hatten wir zwei schreckliche Wolkenbrüche. Namentlich nach dem letzten war unsere Gemarkung so zerrissen, verschüttet und versandet, daßz wir meinten, es sei für alle Zeiten nichts mehr daraus zu machen. Doch wir ermannten uns aus unserer Mutlosigkeit, bepflanzten den jetzt grünen Abhang dort, unter welchem unser Dorf liegt, mit Fichten, Kiefern u. s. W., die wuchsen kräftig heran und seitdem haben wir bis heute nie mehr Wassersnot gehabt,— der Wald hat uns davor bewahrt.«
Was dort geschehen ist von den Bewohnern eines einzelnen Dorfes, das müßte noch vielerorts gethan werden; und zwar ehe es zu spät ist. Denn e in Punkt verdient besondere Beachtung. Wenn an Berghalden dichtes Buschwerk und Bäume mit ihrem Wurzelgeflechte wie mit ungezählten Haften den Boden umfaßt und gebunden haben, dann spült ihn kaum je mehr ein Regenguß fort. IsSt aber ein steiler Rücken erst einmal vollständig abgeholzt, sind die Baumwurzeln dann faul und morsch geworden, hat der Sonnenbrand den Grund ausgedörrt und seiner schützenden Moos-, Heide- und Farn-Decke beraubt, dann zerreißen heftige Regen das Erdreich und spülen schließlich auch die letzte Krume herab. Wo ein stattlicher Höhen-
wald stehen sollte, dem ganzen Unterlande seinen feuchten Segen spendend,— ein Bestand, in welchem überdies ein Vermögen an Holzwert zuwachsen würde— da ragt jetzt ein traurig öder
Grat empor, bei jedem Unwetter mit verheerenden Wasserstürzen drohend und oft noch spottend der menschlichen Kunst, die ihn wieder bepflanzen möchte. Zahllos und unauslöschlich sind die Spuren menschlichen Unverstandes in dieser Beziehung. Die Dolomiten Süd-Tirols, die öden zerklüfteten Gebirgsmassen des Karst,»dieses von der Hand des Menschen begründeten Werkes der Verwüstung,« waren in früheren Zeiten mit ebenso üppigem Urwalde bedeckt, wie jetzt noch die Höhenzüge Bosniens; aus ihm bezogen im Altertume die Römer, bezogen später die stolzen Flotten der Republik Venedig ihr Schiffsbauholz. Ein unschätzbarer Verlust an


