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B. Übersicht über den im Schuljahre 1886— 1887 erledigten Unterrichtsstoff.
Ober-Prima. Ordinarius O.- L. Stern.
Religionslehre. Inhalt und Zusammenhang der biblischen Bücher,(Noacks Hilfsbuch für den evangelischen Religionsunterricht in den oberen Klassen höherer Schulen§ 1—45). Kirchengeschichte älterer und neuerer Zeit(Noack§ 46— 95). Evangelische Glaubenslehre. Wiederholung des Katechismus, einiger Psalmen und Kirchenlieder. Ubersicht über die wichtigeren evangelischen Kirchenlieder(Noack§ 129) 2 St. w. Junghans.
Deutsch. Gelesen wurden Schillers„Jungfrau von Orleans“ und„Lessings„Nathan der Weise“. Übungen im freien Vortrage. Lebenslauf und Bedeutung der grössten Dichter. Ubersicht über die Hauptabschnitte der deutschen Dichtung. Das Notwendigste aus der Verslehre. Vor- trag von Gedichten. Die Gedichte wurden dem Lesebuche von Hopf und Paulsiek ent-
nommen. Ubung im Disponieren. Monatlich ein Aufsatz. 3 St. w. Feitel.
Die Aufgaben für die Aufsätze waren: 1) Eine Übersetzung aus dem Französischen. 2) Durch welche Umstände wurde der Überfall bei Hochkirch herbeigeführt? 3) Nichts ist unbeständiger als das Glück. 4) In wie tern ist die„Jungfrau von Orleans“ eine romantische Tragödie? 5) Der grosse Kurfürst als Regent und Landesvater. 6) Ein Gesuch. 7) Ausicht Nathan's des Weisen über Wunder. 8) Ein gutes Gewissen ist ein sauftes Ruhekissen. 9) Leben und Charakter des Alkibiades. Bei der Reifeprüfung im Herbste 1886 war das Thema: Einigkeit macht stark.
Französisch. Die schwierigeren Teile der Grammatik nach der Schulgrammatik von Dr. C. Plötz
Abschnitt I- IX. Gelesen wurden: Ausgewählte Stücke aus Tüdechings Lesebuch, Teil II und„Guillaume Tell ou La Suisse libre“ von M. de Florian. Die Sprechübungen lehnten sich an das Gelesene an. Die schriftlichen Arbeiten bestanden in Inhaltsangaben des Gelesenen oder von Vorerzähltem und aus Ubersetzungen aus dem Deutschen. 5 St. w. Stern.
Englisch. Gelesen wurden die Tales of a Grandfather von Walter Scott. Im Anschluss hieran und an Zimmermann's Lehrbuch wurde die Grammatik wiederholt. Ubungen im Wieder- geben des Inhalts des gelesenen Stoffes und im Nacherzählen von kleineren Erzählungen. Im Anschluss daran Sp. echübungen. Die schriftlichen Arbeiten bestanden in Inhaltsangaben von Gelesenem oder Vorerzähltem, in Beantwortung von Fragen über den Inhalt, in Dixtaten und in Ubersetzungen leichterer deutscher Geschichten. 4 St. w. Dr. Quiehl.
Geschichte. Neue deutsche Geschichte, insbesondere die brandenburgisch-preussische Geschichte. Wiederholung der alten und der deutschen Geschichte bis zur Reformation nach dem Grundriss der Weltgeschichte von Andrä. 2 St w. Seibt.
Geographie. Die fünf Weltteile nach Daniels Leitfaden. Wiederholung der mathematischen Geographie und der wichtigsten Verkehrswege. 1 St. w. Seibt.
Mathematil. 5 St. w. Algebraische Gleichungen vom ersten und zweiten Grade mit einer und mit mehreren Unbekannten Zinseszins- und Renten-Rechnung. Repetition und Erweite- rung der Planimetrie, Trigonometrie und Stereometrie. Lösung von Aufgaben(Fünfstellige Tafeln von Schlömilch.) Der Direktor.


