Aufsatz 
Zur algebraischen Methodik / von Theodor Walter
Entstehung
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Erſter Teil. Schulnachrichten.

1. Jahresgeſchichte. Seine Königliche Hoheit der Großherzog geruhten Allergnädigſt am 2. März 1892 den Lehrer an der Realſchule zu Bingen Dr. Karl Kemmer zum Direktor der Real⸗ ſchule zu Wimpfen mit Wirkung vom 16. April 1892 zu ernennen. In Herrn Dr. Kemmer, der ſeit dem 1. April 1879 an der Anſtalt thätig war, verloren wir eine vorzügliche Lehrkraft und einen treuen, zuverläſſigen und liebenswürdigen Kollegen, dem unſere beſten Wünſche in ſeine neue Stellung gefolgt ſind. An ſeine Stelle trat der proviſoriſche Reallehrer Dr. Jacob Kraus aus Hohen⸗Sülzen im Kreiſe Worms, der aber ſchon nach halbjähriger Wirkſamkeit an die Realſchule zu Darmſtadt verſetzt wurde. Ihm ſolgte mit Wirkung vom 16. October 1892 der proviſoriſche Reallehrer Friedrich Fleiſchhauer aus Ermenrod im Kreiſe Alsfeld, der am 20. October 1892 in ſeinen Dienſt ein⸗ gewieſen wurde. Ferner ward der evangeliſche Religionslehrer, Pfarraſſiſtent Wilhelm Vogel, am 19. November 1892 als Pfarrer nach Dieburg verſetzt, nachdem er zwei und ein halbes Jahr in ſegens⸗ reichſter Weiſe an unſerer Anſtalt thätig geweſen war. An ſeine Stelle kam der Pfarraſſiſtent Otto Walther aus Offenbach am Main, der am 16. Januar 1893 in ſeinen Dienſt eingewieſen wurde.

Am 23. Mai 1892 beehrten die Herren Geheimer Staatsrat Freiherr Dr. Knorr von Ro⸗ ſenroth und Geheimer Oberſchulrat Soldan unſere Anſtalt mit ihrem Beſuch, um den Betrieb unſerer täglichen Jugendſpiele kennen zu lernen. Bei herrlichem Frühlingswetter entfaltete ſich auf den nahen Spielplätzen am Nahe⸗ und Rheinufer ein bewegtes Treiben, und an dem fröhlichen Eifer, mit dem ge⸗ ſpielt wurde, konnte man erkennen, wie tief ſich die geſundheitfördernde Einrichtung unſerer täglichen und für Alle verbindlichen Spiele in den wenigen Jahren bei unſeren Schülern bereits eingelebt hat. Für Fernerſtehende ſei hier bemerkt, daß unſere Schüler an jedem Vormittag, wo das Wetter es erlaubt, nach der dritten Unterrichtsſtunde eine halbe Stunde klaſſenweiſe unter Aufſicht an dem nur wenige Schritte entfernten Nahe⸗ und Rheinufer ſpielen.

Der Unterricht erlitt auch in dieſem Jahre mehrfache Unterbrechungen. Zu militäriſchen Ueb⸗ ungen waren eingezogen der Großherzogliche Reallehrer Dr. Langstroff vom 6. Juli an auf 2 Wochen und der Reallehrer Georg Nehb vom 5. Juni an auf 4 Wochen. Dadurch und durch Er⸗ krankung der Herren Engelmann, Kraus, Staſſen und Nehb mußten im Ganzen über 600 Lehrſtunden vertreten werden. Der Geſundheitszuſtand der Schüler war befriedigend.

Am 25. November, dem Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ernſt Ludwig, fand eine Schulfeier ſtatt, bei welcher ausſchließlich Gedichte zum Vortrag kamen, die auf die heſſiſche Geſchichte Bezug hatten. Die Feſtrede hielt der Großh. Reallehrer Erckmann. Bei der Kaiſerfeier am 27. Januar 1893 ſprach der proviſoriſche Reallehrer Fleiſchhauer über die Teilnahme der heſſiſchen Truppen an den Kriegsereigniſſen des Jahres 1793.

Der Spar⸗ und Leihkaſſe zu Bingen ſind wir von neuem zu Dank verpflichtet worden für eine weitere Schenkung von 150 Mark, die wir gleich der früheren zur Anſchaffung von Klaſſen⸗Bibliotheken verwenden werden.

Aus den Jubiläums⸗Stiftungen wurden im Laufe des Jahres ausgegeben 162 Mark für die Bibliothek.

2. Der Unterricht in der Vorſchule. Achte Klaſſe. Zweijährig. Wort⸗ und Satzleſen. Abſchreiben und Uebungen im Rechtſchreiben. Geläufiges Leſen der deutſchen und lateiniſchen Druckſchrift. Heftſchreiben der deutſchen Kurrentſchrift. Dingwort, Zeitwort, Eigenſchafts⸗ wort. Anſchauungsunterricht nach den Gruppenbildern von Winckelmann und Leutemann. Gedichtvor⸗ trag. Rechnen in den Zahlenräumen von 1 bis 20 und von 1 bis 100. Siebente Klaſſe. Zweijährig. Leſen im dritten und vierten Teil des heſſiſchen Leſebuchs. Gedichtvortrag. Ding⸗ wort, Zeitwort, Eigenſchaftswort, perſönliches Fürwort. Deklination, Konjugation, Steigerung. Der einfache Satz und ſeine Erweiterung durch Attribut und Object. Uebungen im Rechtſchreiben und Auf⸗ ſatz. Beſchreibung von Tieren und Pflanzen im Sommer, Heimatkunde im Winter. Rechnen mit un⸗ benannten und benannten ganzen Zahlen im Zahlenkreis von hundert bis million. Münzen, Maße, Gewichte. Reſolvieren, reduzieren.