Aufsatz 
Geschichte der Realschule. Festschrift zur Feier der Eröffnung des neuen Gebäudes für die Realschule i.E. in Oberursel a.T. und des 50jährigen Bestehens des Anstalt am 25. Februar 1913
Entstehung
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Am 16. Oktober 1877 wurde in feierlicher Weiſe das neue, damals prächtige, noch heute ſtattliche Schulgebäude eingeweiht, das ſeitdem das Heim der Volks- und der Realſchule war.

Zu derſelben Zeit begann auch Lehrer Franz Kexel, der bisher in Grävenwisbach tätig geweſen war, ſeine Wirkjamkeit an der Real⸗ ſchule, die bis Oſtern 1911 dauerte; mehr als ein Menſchenalter lang hat er jeine Kräfte der Realſchule gewidmet, geliebt und geehrt von Lehrern wie Schülern.

Bis zum Oktober des Jahres 1910 waren Realſchule und Volks ſchule vereint und demſelben Rektor unterſtellt. Zu dieſer Zeit teilte die Realſchule im weſentlichen die Geſchicke der Vollsſchule; der Unterricht wurde allerdings meiſt von beſonders an der Realſchule tätigen Lehrkräften erteilt, zum Ceil auch von den Lehrern der Volksſchule. Unter dem Rektorat des Dr. Kleu ſind vor allen Dingen hervorzuheben jeine Bemühungen, die Genehmigung zum Ausbau zu einem jechsklaſſigen Realprogumnaſium zu erreichen. Der erſte Schritt dazu war der Beſchluß des Vealſchulvorſtandes am 51. Januar 1878,die Realſchule dadurch zu heben, daß der Unterricht im Lateiniſchen zu einem öffentlichen Lehrgegenſtande gemacht und die aus zwei Abteilungen beſtehende Oberklaſſe derſelben in zwei getrennte Klaſſen geteilt werden ſolle. Dieſer Beſchluß fand die Genehmigung der Regie⸗ rung. Im Jahre 1881 wurde dieſe Erweiterung der Realſchule genehmigt; ſie beſtand alſo damals aus fünf Klaſſen. Eine Singabe, die im folgenden Jahre an das Miniſterium gerichtet wurde, die Realſchule als Realprogum naſium anzuerkennen, wurde jedoch abgelehnt; die ſchon beſtehende, aller⸗ dings nur von 2 Schülern beſuchte jechſte Klaſſe mußte wieder eingehen.

Im Mai 1884 trat Rektor Dr. Kleg jeinen Urlaub an, von dem er nicht mehr nach Oberurſel zurückkehrte. Er wurde Kreisſchulinſpektor in Fulda. An jeine Stelle trat zunächſt kommiſſariſch, vom Auguſt 1885 an endgiltig Dr. Keuter, der erſte Veallehrer der Anſtalt, der nach dem Code Reichweins(22. März 1879) und einer kurzen Cätigkeit des Real⸗ lehrers Slling ab April 188o in das Lehrerkollegium eingetreten war. Dreizehn Jahre waltete er jeines Amtes, da wurde auch er Kreisſchul⸗ inſpektor. Sein Nachfolger wurde im Auguſt 1898 nach einem anderthalb⸗ jährigen Interregnum des Reallehrers Kexel Rektor G danietz, der ſchon im April 1000 Kreisſchulinſpektor in Gelſenkirchen wurde. Nachdem Kexel abermals 4 Jahre lang die Leitung der Schule gehabt hatte, kam im Januar 1901 Rektor Koulen, der bis zum Oktober 1910 an der Spitze der Oberurſeler Schulen ſtand.

Seit 1870, jeitdem die Erweiterung feſt ins Auge gefaßt worden war, war man darauf ausgegangen, eine Stelle mit einem akademiſch gebildeten