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Knickerei wollen die Cüncher und andere Geſchäftsleute für die Gemeinde nicht mehr arbeiten. Suum cuique.“(Dienſtperſonal.)
Nach dem kurzen und jchmerzloſen Abſchied Schuſters wünſchte die Gemeindevertretung, daß die zweite Reallehrerſtelle durch einen akademiſch gebildeten Lehrer verſehen werde(bewilligte aber die Mittel zur Aus— ſchreibung der Stelle in verſchiedenen Blättern nicht), aber Lehrer Fug— meier wurde gegen ihren Willen mit der Verſehung der Stelle betraut; dieſer ging ſchon 1876 nach Hattersheim und Lehrer Halter trat an ſeine Stelle. Schon jahrelang waren Klagen über die Realſchule laut geworden. Die Schülerzahl nahm ſtets ab; im Jahre 1876 begann das Sommerſemeſter mit 43 Schülern. Das erregte natürlich den Unwillen der Gemeindever— tretung und der Bürgerſchaft, die die hohen Koſten nicht tragen wollte. Es müſſen auch Eiferſüchteleien zwiſchen Realſchule und Volksſchule, nament- lich auch zwiſchen den Lehrern der beiden Schulen beſtanden haben. Wieder— holt wurde öffentlich behauptet, man lerne auf der Realſchule nichts. Es muß auch recht ſchlechtes Schülermaterial dageweſen jein; namentlich wurden mehrfach alle aufgenommen, die ſich gemeldet hatten; dies begründete ſchon 1865 der Dirigent Huber: um nicht an den Eltern der zurückgewieſenen noch neue Gegner der Vealſchule zu erhalten, da ohnehin unſere Anſtalt noch mit manchen Vorurteilen und falſchen Beurteilungen von einem Teile der Bevölkerung zu kämpfen hat, und weil derſelben, wenn ich dem Gerede glauben darf, das mir zu Ohren kommt, von gewiſſer Seite jeit einiger Zeit ziemlich ſtark entgegengearbeitet wird. So ſollen 4—5 Schüler durch Ver— dächtigung der Schule und der Lehrer von dem Eintritt abgehalten worden jein. Man gab mir jogar zu verſtehen, daß dergleichen ſelbſt von einem Mitglied des Vealſchulbeirates geſchehen ſei.“
Um dieſen Gerüchten entgegenzutreten, wurde bei der Regierung beantragt, einen Kommiſſar zur Abhaltung der Oſterprüfung zu entſenden. Dies geſchah öfters. Doch wurden die Leiſtungen ſtets als genügend, zum Ceil ſogar als gut bezeichnet, wenn auch manche Ausſtellungen gemacht wurden. Anerkannt wurde jedesmal der Eifer und die Pflichttreue der Lehrer. Seit 1871 fanden Verhandlungen ſtatt in betreff einer Verſchmel⸗ zung der Realſchule mit der Volksſchule zu einer Mittelſchule. Die Stadt war auch zu größeren Opfern bereit, beanſpruchte dafür Abſchaffung der geiſtlichen Schulaufſicht und größeren Einfluß auch auf den inneren Betrieb der Schule. Dieſe Verhandlungen kamen erſt im Jahre 1877 zum Abſchluß. Die beiden Anſtalten wurden zu einem Ganzen verſchmolzen und als„Ver— einigte Volks- und Nealſchule“ dem Rektor Dr. Kleg aus Wiesbaden unterſtellt, dem auch die Funktionen des Kreisſchulinſpektors für die Stadt Oberurſel und eine Reihe anderer Gemeinden übertragen wurden.


