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die Realſchule einen größeren Spaziergang, auch die Friedensfeier im Februar 1871 wurde auf diejelbe Weiſe begangen.
Im übrigen wurde wiederholt geklagt, daß die Kriegsereigniſſe hemmend auf den Unterricht einwirktten und daß das Klaſſenziel nicht er— reicht werden könne.
Als Reallehrer Bockhorſt mit Beginn der großen Ferien aus dem Kollegium ausſchied und nach Höhr überſiedelte, wurde dem Elementar- lehrer Jung die zweite Veallehrerſtelle übertragen und an deſſen Stelle rückte der bisherige Privatlehrer Schuſter in Höhr. Doch fand der Beirat in dieſer Beſetzung der Veallehrerſtelle durch einen Elementarlehrer eine Benachteiligung der Anſtalt. Die Verantwortung der Regierung über- weiſend, jollte der Dirigent der Regierung jeine Bedenken äußern.
Doch es blieb dabei und Schuſter wurde am 1. Auguſt in jein Amt eingeführt. Er blieb aber nicht lang, denn am 18. März 1873 finden wir den Eintrag im Dienſtperſonal, daß er jein Entlaſſungsgeſuch ein⸗ gereicht habe, um an die höhere Bürgerſchule in Alsfeld zu gehen. Schuſter machte ſich den Abſchied leicht; am 27. März bemerkt der Dirigent, daß er ſich aus dem Staube gemacht habe ohne ſich bei Kollegen uſw.(bedeutet wohl Dirigent) zu verabſchieden. Durch einen Schüler ließ er dem Dirigenten mitteilen, daß die alte Wanderluſt ihn wieder ergriffen habe und er ab— gereiſt jei.
In der Stadtkaſſe ſcheint es im Winter 1871 arg knapp geweſen zu jein. Denn wiederholt muß der Dirigent um Brennholz bitten; der Unter- richt fiel mehrfach wegen der Kälte in den Klaſſenzimmern aus. Dann wurde ein halbes Klafter„abgeſtorbenes Brennholz“ geliefert, das nur Rauch und keine Wärme gibt, trotzdem der Bauaufſeher Wohlfarthes für gut erklärte.
Wiederholt baten die Lehrer dringend um Gehaltserhöhung; am 20. November 1872 drohte Reichwein ſogar,„die Lehrer werden um ihre Verſetzung einkommen, wenn ſie die hieſige Gemeinde nicht ebenſo be— zahlt, wie deren Kollegen an allen anderen Anſtalten bezahlt werden. Wir haben hier den geringſten Gehalt im ganzen Regierungsbezirk und wohnen am teuerſten Platze. Ob andere Lehrer der Gemeinde billiger arbeiten, als ſie uns zu arbeiten zumutet, das verneine ich“.
Im folgenden Jahre wurde dann auch das Gehalt Reichweins auf 7150, Jungs auf 50o Thaler erhöht.
Zu wiederholten Malen ſtellte das Lehrerkollegium den Antrag, die Klaſſenzimmer zu reparieren,„obgleich im Etat verſchiedene Male auf⸗ genommen, jind dieſelben jeit Jahren nicht ausgebeſſert worden. Wegen
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