einer Realſchule auszuführen, falls nicht aus der Stadtkaſſe ein namhafter Zuſchuß alljährlich geleiſtet würde, wobei von Biebrich geſprochen worden, für welches dieſer Zuſchuß 0oo fl. jährlich betragen joll.
Ein Realſchulhaus iſt nicht vorhanden, auch die Mittel vorerſt nicht, um einen Neubau zu errichten, wovon auch in Beziehung auf die anderen Schulen ſchon die Rede war.“
Von nun an ruhten die Verhandlungen, bis das ſchon erwähnte Geſetz erlaäſſen war. Da wurde am 28. Dezember 1861 das Amt Königſtein an— gewieſen, neue Verhandlungen zu pflegen auf Grund dieſes Geſetzes.
Die entſcheidende Gemeinderatsſitzung fand am 15. Januar 1862 ſtatt,
in der„per majora beſchloſſen wurde, daß eine Realſchule gegründet werden
jolle. Dafür erklärten jich namentlich: Bürgermeiſter Kunz und die Vor—
ſteher Chriſtoph Meſſerſchmitt, Nicolaus Homm, Karl
J. Crautſch, Joj. Adam Ochs, Joh. Kürtel, Nic. Crana.
Dagegen ſtimmten die Vorſteher Joj. Swiefel und Joh. Burkardt,
indem ſie erklärten, daß ſie nicht dazu beitragen wollten, daß der Stadt eine
jo große Laſt auferlegt würde. Überhaupt ſcheinen die Koſten auch den
anderen Gemeinderäten einen gelinden Schrecken eingeflößt zu haben. Denn
jie meinen, eine Klaſſe vielleicht mit zwei Abteilungen und demgemäß ein
Reallehrer genüge für den Anfang; im übrigen könnten die Geiſtlichen und
die Elementarlehrer zum Unterrichte herangezogen werden.
Die Gewährung eines Zuſchuſſes befürwortet das Amt warm, aller— dings wird die Bemerkung hinzugefügt, daß ſich die Koſten bald ſteigern
würden. . Einen intereſſanten Vergleich mit den heutigen Verhältniſſen bietet der vorgelegte Koſtenanſchlag. Koſtenüberſchlag. Ausgaben: a) Miete des Schullokals..... 250 fl. b) Kleine Schulutenſilien...... 30 fl. c) Bibliothek und Lehrapparat... 50o fl. d) Gehalt des Pedellen...... 70o fl. e) Holz und Beleuchtung...... 8o fl. 960 fl. f) Subſellien, Tinte, Cafeln..... 14o0 fl. 50 j.
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