Hochdieſelbe wolle zur Errichtung einer Realſchule zu Oberurſel die Hohe Genehmigung erteilen.
Hochachtungsvollſt verharrend Einer Herzoglich Hohen Landes-Regierung gehorſamſter Gemeindevorſtand.
Eine ähnliche Bitte wurde Anfang März an die Zweite Stände- kammer eingereicht, in der beſonders die Bedeutung der Stadt hervor⸗ gehoben wird, die 3300 Einwohner habe und nach Wiesbaden, Limburg und Biebrich-Mosbach die bevölkertſte Stadt des Landes jei.„Oberurſel iſt ferner ein Ort, mit deſſen Induſtrie, im Kleinen und im Großen, wohl keine andere Stadt im Herzogtum ſich meſſen Kann, eine Induſtrie, von der ſich mit Gewißheit jagen läßt, daß ſie in Folge der neu eröffneten Frankfurt— Homburger Eiſenbahn noch weit größeren Aufſchwung nehmen wird, wenn dieſelbe durch eine angemeſſene Bildungsanſtalt unterſtützt wird.“
Am 11. April berichtete der Petitionsausſchuß der Zweiten Stände⸗ kammer und empfahl„das Geſuch der Hohen Landesregierung zur tunlichen Berückjichtigung abzugeben“. In dieſem Sinne wurde auch beſchloſſen.
Auch das Geſuch an die Regierung hatte Erfolg. Schon am 2. März wurde der Schulinſpektor Reus in Cronberg beauftragt, nach Verneh⸗ mung des Schulvorſtandes in Oberurſel über den Gegenſtand zu berichten und namentlich wie viele Schüler für die zu errichtende Realſchule jich mut— maßlich finden, und ob ſolche bloß für die unterſte Klaſſe oder auch für weitere Klaſſen vorhanden ſein dürften. Zugleich wird auch das Herzogliche Amt in Königſtein beauftragt,„über die Mittel der Gemeinde Oberurſel zu fraglichem Zweck im allgemeinen und insbeſondere darüber zu berichten, ob ein Realſchulhaus entweder ſchon vorhanden ſei oder leicht und bis wann ein jolches beſchafft werden könne“.
Am 14. März fand eine Sitzung des Schulvorſtandes ſtatt, der wünſchte, daß Schüler vom 12. bis 16. Jahre die Schule beſuchten, daß alſo die Schule gleich mit mehreren Klaſſen eröffnet werde. Die anzumeldenden Schüler aus der Umgegend ſollten durch Anfrage bei den Bürgermeiſtern ermittelt werden. Das Verzeichnis der vorausſichtlich die Realſchule be⸗ juchenden Schüler ging dann über Cronberg nach Wiesbaden an die Regierung.
Intereſſant iſt die Auskunft des Amtes zu Königſtein.„Da bis jetzt in Oberurſel nie mehr als ein Steuerſimpel erhoben worden iſt zur Deckung der laufenden Ausgaben, ſo iſt der Stand der Kaſſe als ein guter zu be— zeichnen. Jedoch iſt der Gemeinderat nicht willens, den Plan zur Errichtung


