Aufsatz 
Geschichte der Realschule. Festschrift zur Feier der Eröffnung des neuen Gebäudes für die Realschule i.E. in Oberursel a.T. und des 50jährigen Bestehens des Anstalt am 25. Februar 1913
Entstehung
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Wie aus der Beſchreibung der Raumverteilung oben ſchon hervor⸗ ging, iſt die Bebauung im allgemeinen eine einbündige. Die Korridore ſind 2,50 m breit, jedoch Kommen beiderſeits o,2oem tiefe Niſchen hinzu, welche zur Unterbringung der Überkleider, Mützen und Schirme der Schüler be⸗ ſtimmt ſind. Dieſe Anordnung der Verteilung der Garderobe über die ganze Länge der Korridorwände hat den Vorzug vor einer beſonderen Kleider⸗ ablage, daß beim plötzlichen Entleeren der Klaſſen nach Schluß des Unter richts einem jonſt unvermeidlichen Gedränge begegnet iſt. Auch bleibt die Überſichtlichkeit der Gänge völlig gewahrt. Von der Kreuzung der Ge bäudeflügel aus kann der aufſichtführende Lehrer beide Korridore überſehen.

An dieſer Kreuzung der Gänge befindet ſich in jedem Geſchoß ein Crinkbrunnen mit je 3 jog. Springlern, aus welchen der Mund des Schülers das Waſſer unmittelbar entnimmt. Sin gleicher Brunnen iſt an der Wand des Querflügels im Spielhof angebracht.

Ein durch alle Stockwerke reichender Müllſchacht nimmt geſchoßweije den Kehricht auf, der im Keller in geſchloſſenen, auswechſelbaren Blechkaſten gejammelt wird.

Die Architektur des Gebäudes iſt in freien Formen, mit leichten Anklängen an deutſche Frührenaiſſance, entworfen und iſt verjucht worden, die Gruppe in der Eigenart der Bauweiſe, wie jie die Lande um Main und Vhein zeigen, zu geſtalten.

Die Konſtruktion des Hauſes iſt durchaus maſſiv. Über dem Beton fundament erheben ſich die aus Ringofenſteinen und Kalkmörtel, an be⸗ jonders belaſteten Stellen unter Zementzuſatz hergeſtellten Mauern. Der Sockel iſt mit Caunusquarzit verblendet, während die Fenſterumrahmungen des Sockelgeſchoſſes, der Aula und des Direktorzimmers, die Portale und fämtliche Sohlbänke der Geſchoßfenſter aus oberhelſiſcher Baſaltlava er⸗ ſtellt find. Das aufgehende Mauerwerk iſt mit rauhem, ockerfarbigen Ver⸗ putz verſehen, die Wandflächen des II. Obergeſchoſſes ſind verſchiefert, je- doch iſt das ausgemauerte und verſchalte Fachwerk dieſes Stockwerks noch 0,25 m ſtark hintermauert. Sämtliche Dachflächen ſind mit Cauber Schiefer eingedeckt, während die Dachſtühle jelbſt aus Holz konſtruiert ſind. Die Decken der ganzen Gruppe, auch des Wohnhauſes, und die Creppen des Schulgebäudes, jowie die Pilaſter der Hallen ſind in Eijenbeton erſtellt. Während dieſe Treppenſtufen mit 5 cm ſtarken Granitplatten belegt ſind, haben die Hallen und Korridore einen Belag von Cerrazzoplatten erhalten. Die Fußböden der Lehr- und Verwaltungsräume ſind mit einem Bims⸗ beton⸗Eſtrich verſehen und mit Linoleum, in den Räumen für Naturkunde,