— 10—
ist“, schreibt er,„eine wissenschaftliche Arbeit unter ungünstigeren Verhältnissen zu Stande ge- kommen, als diese; ausser mit körperlicher Schwäche hatte ich stets mit Sorgen zu kämpfen und mit solchen Beschwerden, die ich Niemanden mittheilen kann.“ Durch den Tod Sackrville's erlitt die Arbeit sogar eine zweijährige Unterbrechung ¹⁷) und würde wohl nie weiter gediehen sein, wenn nicht ein, von ihm nicht näher genannter, treuer Freund, jedenfalls Cecil, seinen gesunkenen Muth wieder aufgerichtet hätte und zwar so nachhaltig, dass er sein Werk in derselben geistigen Frische und Flasticität, mit welcher er es begonnen, zu Ende führte. Und so enthält denn, wie Dr. Johnson sagt, der Schoolmaster Ascham's vielleicht„den besten Rath, der je für das Studium von Sprachen gegeben wurde“ und stimmen höchst bedeutende klassische Philologen der Neuzeit, wie Eckstein(vergl.„Verhandlungen der 32. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner in Wiesbaden, Seite 98 ff.) mit den Ansichten Ascham's in Bezug auf den Unterricht im Latei- nischen in wesentlichen Punkten überein. Das Buch selbst wurde erst nach Ascham's Tode von dessen Wittwe, welche es Sir W. Cecil widmete, veröffentlicht. Gewiss höchst merkwürdig ist, dass ein so ausserordentlich bedeutendes Werk mehr als ein Jahrhundert lang der gelehrten Welt, wenn nicht unbekannt, so doch von ihr fast unbeachtet blieb, bis es im Jahre 1711 ein gewisser Mr. Upton neu herausgab.
Ascham war, wie schon früher bemerkt, nie recht gesund, desshalb trieb und vertheidigte er, wie im Toxophilus, mit solchem Eifer jede körperliche Uebung. Leider wurde seine ohnedies schwächliche Constitution durch häufige Krankheiten aller Art so gebrochen, dass er nach eigenem Geständniss und der Schilderung seines Freundes Graunt ¹s) besonders in den letzten Jahren ein sieches, schmerzgeplagtes Leben fristete. Die wenigen, ihm noch zeitweise vergönnten Momente der Arbeitskraft verwandte er auf die Abfassung eines lateinischen Neujahrsgedichtes für seine geliebte Königin. Dieses war sein Schwanengesang. Er starb am 30. December 1568.
Die erste Gesammtausgabe der englischen Werke Roger Ascham's besorgte Bennet im Jahre 1761. In dieser sind der Report und der Toxophilus in der alten Orthographie gedruckt,
mührend der Schoolmaster die neue zeigt. Die letzte Ausgabe ist aus dem Jahre 1815 und in dieser sind auch die beiden erstgenannten Arbeiten der neuen Schreibweise angepasst, ausserdem sind ihr fünf Briefe an W. Cecil beigefügt, die in der Bennet'schen Ausgabe fehlen und besonders
¹7) And in the midst of outward injuries in inward cares, to increase them withal, good Sir R. Sackville dieth, that worthy gentleman; that earnest favourer and further of God's true religion; that faithful servitor of his prince and country; a lover of learning and all learned men: wise in all doings; courteous to all persons; showing pride to none; doing good to many; and as I well found, to me so fast a friend, as I never lost the like before. When he was gone, my heart was dead; there was no one that wore a black gown for him, who carried a heavier heart for him than I: when he was gone, I cast this book away; I could not look upon it but with weeping eyes, in remembering him who was the only setter on to do it; and would have been not only a glad commender to it, but also a sure and certain comfort to me and mine for it. Almost two vyears together this book lay scattered and neglected, and had been quite given over of me, if the goodness of one had not given me some life and spirit again. God, the mover of goodness, prosper always him and his, as he has many times com- forted me and mine, and, I trust to God, shall comfort more and more.
¹8) Ingravescente jam aetate, a nocturnis et pomeridianis studiis abhorrebat: antelucanis et matutinis temporibus legebat, commentabatur, scribebat. Erat corpore imbecillis, et valetudinarius, multis morbis fractus, con- tinentibus febribus correptus, variis aegrotationibus afflictus; quae paucis ante mortem annis in hecticam febrim
conjecerunt. Graunt.


