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griechisch geschrieben.„Obgleich“, schreibt er,„es für mich leichter und für meine Stellung angemessener gewesen wäre, dieses Buch lateinisch oder griechisch zu schreiben, so habe ich es doch nicht für Recht gehalten, dass meine Bequemlichkeit sich dem Vergnügen und dem Nutzen Vieler in den Weg stellen sollte und habe diesen englischen Stoff in englischer Sprache für Eng- länder geschrieben.“ Und weiter:„Derjenige, welcher in irgend einer Sprache gut schreiben will, muss nach dem Rathe des Aristoteles sprechen, wie das Volk spricht und denken, wie der Weise denkt. Viele englische Schriftsteller haben das nicht gethan, sondern lateinische, französische und italienische Worte eingeflochten und dadurch ihre Werke dunkel und schwer verständlich gemacht. Einst sprach ich mit einem Manne, welcher glaubte, die englische Sprache würde dadurch be- reichert und gehoben und sagte:„Wer wird nicht das Festmahl loben, bei welchem sowohl Wein als auch Dick- und Dünnbier verabreicht wird?“„Richtig“, sagte ich,„alle diese Getränke sind gut, wenn jedes allein getrunken wird,— wenn man aber Malvasier und Sekt, Roth- und Weiss- wein, Dick- und Dünnbier zusammen in einen und denselben Topf thut, so wird das ein nicht leicht zu benennendes und jedenfalls für den Körper ungesundes Getränke abgeben.“
Dieser Toxophilus, den Dr. Campbell ein Meisterstück in seiner Art nennt, da„Ascham's Worte stets der Natur seines Stoffes angepasst seien, in welchem er viel Gelehrsamkeit zeige, aber mit so anspruchsloser Bescheidenheit, dass man unmöglich das für Pedanterie halten könne, was der Ausfluss tiefen Wissens sei“, scheint auch von Heinrich VIII. richtig gewürdigt worden zu sein, denn dieses Werk trug dem Verfasser ein jährliches Stipendium von 10 f ein, was, wie Dr. Johnson ausführlich beweist, eine für die damalige Zeit sehr bedeutende Summe war. Der Zweck Ascham's, in einem Gespräche zwischen einem Toxophilus und einem Philologus das Bogenschiessen als eine unschuldige, anständige, nützliche, zu frischem Studium kräftigende Unter- haltung überzeugend darzustellen, ist im ersten Theile der Arbeit völlig erreicht. Der zweite Theil derselben gibt uns nur die Theorie des Bogenschiessens und zwar mit aller Gründlichkeit eines Fachmannes und Meisters in dieser schwierigen Kunst.
In demselben Jahre, in welchem der Toxophilus erschien, wurde Ascham, nachdem sein Lehrer Cheke zum Erzieher des Prinzen Eduard bestimmt worden war, zum Redner der Uni- versität Cambridge und gleichzeitig zum Lehrer der Schönschreibkunst für die beiden Herzöge von Suffolk, die Prinzessin Elisabeth und den Prinzen Eduard berufen.
Im Jahre 1547 starb Heinrich VIII.; sein Nachfolger Eduard, ein offener Anhänger und Beförderer der Reformation, beliess Ascham seinen Jahresgehalt. Er lebte von nun an nur seinen Studien in innigster Freundschaft mit Buzer, dem eine Professur der Theologie in Cambridge übertragen worden war. Diese Zurückgezogenheit, die dem forschenden Gelehrten so sehr zu- sagte, war leider nicht von langer Dauer, denn als im Jahre 1548 W. Grindal starb, wurde Ascham dazu ausersehen, die Studien der Prinzessin Plisabeth zu leiten. Zwei Jahre lang unter- richtete er seine erlauchte Schülerin mit dem grössten Eifer, plötzlich jedoch verliess er sie aus unbekanntem Grunde ohne ihre Einwilligung und kehrte zur Universität zurück. Wohl hatte er, besonders in seinen letzten Lebensjahren, Ursache, diese rasche That zu bereuen, denn obgleich Elisabeth als nachmalige Königin bei seinem Tode ausrief, sie hätte lieber zehntausend Pfund verloren, als ihn, so gelang es ihm doch nie mehr, sich ihre Gunst wieder vollständig zu erringen.
Ascham, der bisher nur als Gelehrter bekannt gewesen, wurde, ihm selbst unerwartet, 1*


