Kaum hatte er sich im Griechischen die nothwendigsten Kenntnisse angeeignet, so begann er andere strebsame Jünglinge darin zu unterrichten, und zwar that er dieses auf den Rath seines erfahrenen Freundes Pember, welcher in einem uns noch im Auszuge erhaltenen Briefe versichert, dass er mehr Nutzen aus einer einzigen, von ihm selbst erklärten Aesopischen Fabel ziehe, als aus einem ganzen homerischen Gesange, den ihm ein Anderer erkläre.
Schon am 28. Januar 1534, also in seinem 18. Jahre, verlieh ihm die Universität die Baccalaureuswürde, und am 23. März desselben Jahres wurde er, hauptsächlich auf das Betreiben des Dr. Medcalfe, des Rectors von St. John's College, welcher, da Ascham als Anbänger der Ideen Luther's bekannt war, seine Wahl öffentlich missbilligte, im Geheimen aber förderte, zum Mitglied des Lehrercollegiums genannter Anstalt gewählt-). Durch seine jetzige Stellung der drückendsten Sorgen um seinen Lebensunterhalt überhoben, konnte er sich ungestört seinen Lieb- lingsstudien widmen, zu welchen auch die damals von Wenigen gepflegte Kunst des Schön- schreibens gehörte.
Zwei Jahre später wurde er M. A., übernahm, ausser in St. John's College die griechischen Vorlesungen in einigen anderen öffentlichen Schulen und beschäftigte sich nebenbei mit der Er- ziehung und dem Unterrichte junger Leute aus angesehenen Familien. Mehrere seiner Schüler gelangten später zu einiger Berühmtheit; einer derselben, William Grindal, wurde sogar als Sprachlehrer für die Prinzessin, nachmalige Königin Elisabeth, ausersehen.
Dass Ascham über seinen griechischen Studien die lateinische Sprache nicht vernach- lässigte, dafür bürgt der Umstand, dass ihm jetzt auch die Abfassung sämmtlicher lateinischen Publicationen der Universität übertragen wurde.
Ascham war von schwächlicher Gesundheit und musste sich auf den Rath der Aerzte viel in freier Luft aufhalten. Seine Lieblingserholung war das Bogenschiessen. Dass es ihm verargt wurde, in seiner Stellung so viel Zeit auf eine des Gelehrtenstandes unwürdige Beschäfti- gung zu verwenden, geht aus einem Briefe an seinen Freund und Gönner, Sir William Cecil hervor ⁵). Sei es nun, um sich von dieser Beschuldigung zu reinigen, sei es Liebhaberei, im Jahr 1544 verfasste er seinen„Toxophilus, the School or Partitions of Shooting“. Für die damalige Zeit doppelt merkwürdig ist die Art und Weise, wie er in der Widmung des Werkes an Heinrich VIII. ²) rechtfertigt, warum er es in rein englischer Sprache und nicht lateinisch oder
²) And being a boy, new bachelor of arts, I chanced among my companions to speak against the Pope; which matter was then in every man's mouth, because Dr. Hains and Dr. Ship were come from the court, to debate the same matter by preaching and disputation in the university. This happened the same time when 1 stood to be fellow here. My talk came to Dr. Medcalfe's ear: I was called before him and the seniors; and after grivous rebuke, and some punishment, open warning was given to all the fellows, none to be so hardy as to give me his voice at that election. And get for all their open threats, the good father himself privily procured that I should even then be chosen fellow: but the election being done, he made countenance of great discontent thereat. R. A.
8) Vet I do amiss to mislike shooting so much, which has been hitherto my best friend, and even now looking back to the pleasure which I found in it, and perceiving small repentance to follow after it, by Plato's judgement I may think well of it. No, it never called me from my book, but it made both wit the lustier, and will the readier, to run to it again.
²) To the most gracious, and our most dread and Sovereign Lord, King Henry VIII., by the grace of God, King of England, France and Ireland, Defender of the Faith and of the Church of England, and also of Ireland, in earth Supreme Head, next under Christ.


