Aufsatz 
Studien zur Waldeckischen Flora / von F. Waldschmidt
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§. 44. Der Abgehende muß leich Franzöſiſch. Der Abgehende muß leichtere muſtergiltige Schriftſteller im Ganzen mit Sicherheit verſtehen mit der Grammatik vertraut ſein und ſich die gewöhnlichſte Phraſeologie zu Sih Wauad ſtehen,

§. 45. Hebräiſch.

Der künftige Theologe und Philologe muß mit der Formenlehre und.

4 den Hauptregeln der Sytar bekannt und im Stande ſein, leichtere Stellen des vntlehhe und de id Weuüſche zu übertragen.

§. 46. Mathematik.

Der Abgehende muß Fertigkeit in den Rechnungen des gemeinen Lebens nach ihren auf die Proportionslehre gegründeten Principien, Sicherheit in der Lehre von den Potenzen und Wurzeln und von den Progreſſionen, ferner den Elementen der Algebra und Geometrie, ſowohl der ebenen als körperlichen, Leichtigkeit in der Behandlung der Gleichungen des erſten und zweiten Grades, und im Gebrauch der Logarithmen, eine geübte Auffaſſung der ebenen Trigonometrie und haupt⸗ ſächlich eine klare Einſicht in den Zuſammenhang ſämmtlicher Sätze des oſtematiſch geordneten Vortrags beſitzen..

§. 47. Geſchichte und Geographie.

Der Abgehende muß ein lebendiges Bild von der griechiſchen Geſchichte bis Alexander d. Gr., von der römiſchen bis Tiberius, von der deutſchen Geſchichte bis 1815 beſitzen und eine Ueber⸗ ſicht der wichtigſten Momente der allgemeinen Weltgeſchichte ſich angeeignet haben.

Zugleich muß er eine überſichtliche Kenntniß des im Gebiete der mathematiſchen, phyſiſchen und politiſchen Geographie liegenden Stoffes bewahrt haben und des Zuſammenhanges dieſer Wiſſenſchaft mit der Geſchichte ſich bewußt geworden ſein.

§. 48. Religionslehre.

Der Abgehende muß, wenn er der chriſtlichen Religion angehört, eine gründliche Kenntniß vom Inhalte und Zuſammenhange der heiligen Schrift und den Unterſcheidungslehren derjenigen Confeſſion beſitzen, zu welcher er ſich bekennt.

§. 49. Phyſik.

Der Abgehende muß eine klare Einſicht in die Hauptlehren über die allgemeinen Eigen⸗ ſchaften der Körper, die Geſetze des Gleichgewichts und der Bewegung, über Wärme, Licht, Mag⸗ netismus und Elektricität gewonnen haben.

§. 50. Verfahren bei der Entſcheidung ber Reife oder Nichtreife.

A. Diejenigen Abiturienten, welche von der mündlichen Prüfung dispenſirt worden ſind, ſind ſchon hierdurch definitiv für reif erklärt worden.

B. Rückſichtlich der übrigen Geprüften werden für jeden einzelnen ſämmtliche 14(reſp. incl. Hebräiſch 16) den Leiſtungen des Betreffenden in der Prüfung zuerkannten Prädicate tabellariſch zuſammengeſtellt und, bei denjenigen, welche als Schüler des Landesgymnaſiums die Prüfung gemacht haben, mit beſonderer Berückſichtigung der gewöhnlichen Leiſtungen des! Betreffenden in der Schule, für jeden Gegenſtand in je eins der

vier Prädicate