Aufsatz 
Studien zur Waldeckischen Flora / von F. Waldschmidt
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3. für die ganze Prüfungsbehörde rückſichtlich derjenigen Examinanden, welche nicht Schüler des Landesgymnaſiums ſind.

Maßgebend für die Entſcheidung über Reife oder Nichtreife eines Geprüften ſind die

Forderungen, welche die Schule am Ende des Gymnaſialcurſus in der oberſten Claſſe macht. §. 41. Deutſch.

1. Allgemeine Kenntniß der Grammatik der gegenwärtigen Schriftſprache.

2. Ueberſicht über den Entwicklungsgang der deutſchen Literaturgeſchichte, Bekanntſchaft mit den Hauptepochen derſelben und durch Lectüre gewonnene Bekanntſchaft mit einzelnen bedeutenden Schriftwerken ſeit Klopſtock.

3. Fähigkeit über Gegenſtände, von denen der Schüler durch den Unterricht eine aus⸗ reichende Kenntniß erlangt haben muß, oder die ſonſt im Bereiche ſeiner inneren oder äußeren Erfahrung liegen, richtig klar, folgerecht, angemeſſen und womöglich mit Gewandtheit zu ſchreiben und zu ſprechen.

Auffallende Verſtöße gegen die Richtigkeit und Angemeſſenheit des Ausdrucks, Unklarheit der Gedanken, und erhebliche Vernachläſſigung der Rechtſchreibung und der Interpunktion be⸗ gründen gerechte Zweifel an der erforderlichen Ausbildung des Abiturienten.

§. 42. Lateiniſch. Der Abiturient muß

1. mit den Hiſtorikern Cäſar, Salluſt, Livius und Tacitus, mit den vorzüglichſten rhetori⸗ ſchen Schriften und Reden Ciceros, mit den Oden des Horaz, mit der Aeneide des Virgil, mit den leichteren Schriften Ciceros ſoweit bekannt ſein, daß er ſowohl im Allgemeinen von dem Geiſt und Character dieſer Werke Rechenſchaft geben, als auch im Beſonderen leichtere Abſchnitte aus denſelben nach einiger Ueberlegung verehen und in klarer geſchmackvoller Ueberſetzung wiedergeben kann.

2. Vertrautheit mit der lateiniſchen Grammatik, den charakteriſtiſchen Eigenthümlichkeiten der lateiniſchen Stiliſtik, mit der Quantität der Silben und mit den Metris der Horaziſchen Oden und der Aeneide des Virgil beſitzen.

3. deutſch gedachte Aufſätze, die ſich im Bereich der alten Geſchichte und Literatur bewegen oder ſonſt der antiken Vorſtellung nähern, im Ganzen richtig, deutlich und angemeſſen in latei⸗ niſcher Sprache wiederzugeben im Stande ſein. 1

4. wo möglich im Stande ſein, ſich über ein leichtes Thema ohne beſondere Schwierigkeit und im Ganzen richtig in lateiniſcher Sprache auszuſprechen.

§. 43.

Griechiſch.

Der Abiturient muß

1. mit den Homeriſchen Epen vertraut, mit den Hiſtorikern Xenophon, Herodot, Thucydides, mit einigen leichteren Dialogen des Plato, mit einigen Reden des Demoſthenes, mit einigen Tragödien des Sophokles, mit einigen leichten Proben der griechiſchen Lyrik ſo weit bekannt ſein, daß er ſowohl im Ganzen über den Charakter der durch jene vertretenen Literaturgebiete unter⸗ richtet iſt, als auch im Einzelnen leichte Stellen aus den im§. 30 genannten Schriftſtellern ohne Hiifsmitiel nach einiger Ueberlegung verſtehn und in klarer, geſchmackvoller Form deutſch wieder⸗ geben kann.

2 mit der griechiſchen Formenlehre und den Hauptregeln der griechiſchen Syntax ver⸗ traut ſein.