100 Halljahr eintreten, darnach aber ein Aufschwung aller geistigen Richtungen in unbekannte Fernen, ein Hineinstellen des Evan- geliums in eine Alles bestimmende, Alles beseelende und durch- strahlende Mitte folgen.
Freilich, wann diese Zeit einst emportauchen wird aus dem Strome des göttlichen Werdens, es liegt verborgen in dem dun- keln Schoosse der Zukunft. Wird ihrem Eintreten ein ungeheurer Zusammenstoss feindseliger Gewalten, eine Tragödie in grossem Styl, im Weltstyl, auf dem Boden des von uns bewohnten Erd- theils vorangehn? Werden die schweren Wetterwolken vorüber- ziehn oder sich auflösen in einen wohlthätigen Regen? Möglich, dass dieser Regen ein Blutregen ist. Denn„mit Blut wurde das Christenthum besiegelt, Blut hat oft die Menschheit zu neuen und schöneren Zeiten, zu Verbesserung und Veredlung getauft’é.* Allein wie auch die Würfel einst fallen mögen, eins wissen wir, dass es Keinem, der sich als lebendiges Glied in der grossen Menschheitskette fühlt, gestattet ist, die Sache Gottes und der Menschheit feig zu verrathen; sondern dass es gilt, auch in schwe- rer Zeit unverdrossen den grossen und thränenreichen Kampf für die heiligsten Güter der Menschheit zu kämpfen. Das ist auch Tegnérs Herzensmeinung gewesen. Die alten Römer waren Heiden, aber er hat in ihrer lehrreichen Geschichte bisweilen unendlich mehr christliche Tugend, das heisst Aufopferung und Hochsinn gefunden, als in der kleinlichen und eigennützigen Ge- schichte unserer Tage. Es wird von ihnen berichtet, dass sie nach einer grossen Niederlage, die den Staat mit Auflösung be- drohte, öffentlich dem Heerführer dankten, dass er nicht an der Rettung des Vaterlandes verzweifelt habe. Lasst uns, fährt Teg- nér fort, ihr hochherziges Beispiel nachahmen! Die christliche Kirche ist unser gemeinsames Vaterland; lasst uns nicht an ihrer Rettung verzweifeln, wie verzweifelt es auch darum aussehe!** Nein, wir wollen den Muth nicht fallen lassen, sondern unver-
Kyrkotal, 58. „ Kyrkotal, 58.


