101 rückt auf unserer Bahn vorwärts wandeln, wäre es auch mit ge- schwollenen Füssen, wollen immer nach dem Höchsten greifen, wäre es auch mit blutenden Händen, mit blutendem und verspotte- tem Herzen. Die älteste Gemeinde hatte ihre Märtyrer, die jetzige hat auch die ihren, aber es ist nicht der Körper, der Gefahr läuft und leidet, es ist die Seele. Es ist die gestörte Ruhe des Ge- müthes, die getäuschte Hoffnung, das fruchtlose Bemühen, was unsere Märtyrerkrone ausmacht. Lasst uns sie verdienen, wenn es so Gottes Wille ist. Aber nicht einen Fuss breit wollen wir vor dem Bösen weichen, nicht kleinmüthig und feigherzig die heilige Sache verlassen, sondern für dieselbe streiten mit allen Waffen des Geistes, soweit wir's vermögen, mit des Gedankens Schlachtschwert, mit des Bildes Blitz oder des Gefühles frommen Thränen. Nicht einmal die Pfeile des Scherzes oder den Feuer- regen des Spottes wollen wir verschmähen, denn alle rechtmässi- gen Waffen sind gut für den, der zu der Fahne des Lichtes geschworen hat und unter ihr zu fallen entschlossen ist.* Wohl ist es ein hohes, ein heiliges Ziel, das uns vorschwebt, das uns Alle vereinigt. Wir sind noch weit von demselben entfernt, und das Grab wird sich über uns schliessen, noch ehe wir es erreicht haben. Allein das darf uns nicht irre machen, wenn wir anders redliche Männer, wenn wir treue Krieger des Himmelreichs sind. Der welcher ehrlich gethan hat was er vermochte, der hat genug gethan, wenn nicht für den Erfolg, so doch für den Zeugen in ihm und für den Zeugen über den Sternen; und seine Mühe ist nicht verloren, weder für den Himmel noch für die Erde.** Wahrlich, wer in diesem Sinne streitet, der streitet recht und der Sieg ist ihm sicher. Ob auch der Zwiespalt, der die Geister trennt, noch weiter auseinander klaffe, er sieht doch eine Lösung voraus, bei welcher der denkende, forschende Verstand, sowie das ahnende, gläubige Gemüth sich beruhigen können, eine Lösung nicht im Sinne der Uebergläubigen und nicht der Ungläubigen.
Kyrkotal, 25 u. 26.. „ Aus Tegnérs Rede beim Schluss der Synode zu Wexiö. VI, 209.


