Aufsatz 
Tegnérs Stellung zur Theologie und Philosophie sowie zu den religiösen Richtungen seiner Zeit / R. Waldeck
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Exzellenz sich nicht gerade der Ausicht Platos zuneigt, dass die Staaten die glücklichsten seien, in welchen entweder Philosophen regieren oder wenigstens die Regierenden philosophiren, sich aber gleichwohl im Ganzen als humanen, besserer Belehrung zugäng- lichen Mann zeigt. Das hohe Verdienst der Identitätsphiloso- phie, die in einem religiös verflachten Geschlechte höhere Lebens- keime weckte, der Phantasie und dem Gefühle ihr Recht vindizirte und nach verschiedenen Richtungen des geistigen Lebens ausser- ordentlich befruchtend und anregend wirkte, wusste Tegnér sehr wohl zu würdigen. Sie hat gewirktals Löschmittel gegen die falsche Aufklärung, gegen eine Lampe, die in dem Grabe alles Grossen und Heiligen brannte, sie hat die Gemüther auf eine gründlichere Forschung, eine ernstere Methode gerichtet, sie hat das bloss Thierische verachtet und das Göttliche bei dem Men- schen erkannt.**

Die Gründe, warum Tegnér Hegels zu Anfang der zwanziger Jahre in Deutschland auftretendes System, dessen Ansichten über Religion und Theologie jedoch wenigstens bis 1836 in Schweden keinen Eingang geſunden hatten, spröde genug ablehnte, sind mit dem über seine Stellung zur Philosophie im Allgemeinen Gesagten nur theilweise erschöpft. Was ihn bei Hegel von vorn herein zurückschrecken musste, war die harte und rauhe Schale, die den Gedankenkern umschloss. Was er vor Allem verlangt, im Reiche des Wissens wie der Poesie, ist Klarheit.

Was du nicht klar kannst sagen, weisst du nicht, Und was du dunkel sprichst, das denkst du dunkel. Die wahre Weisheit gleicht dem Diamanten,

Des ew'gen Himmelslichts erstarrtem Tropfen,

Je reiner, desto höher schätzt man ihn

Und desto reiner strahlt der Tag hindurch.**

Wenn nun der Forderung der Klarheit auf dem Gebiete der- Philosophie allerdings nur eine relative Berechtigung zukommen

Der Notenwechsel zwischen Engeström, Fremling und Faxe, Bischof von Lund, vollständig bei Kahl 155 171. * V. 28.

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