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Schweden von sämmtlichen Studirenden, die sich um einen aka- demischen Grad bewerben, gefordert wird.*
Bemerkenswerth ist, dass ein für das Erlernen von Sprachen so ausserordentlich glücklich organisirtes Genie dem semitischen Sprachstamm, der doch die Schlüssel zu den Schatzkammern alt- testamentlicher Weisheit verwahrt, ein sehr geringes Interesse zuwendete. Kostenfreien Unterricht im Arabischen, den der be- rühmte Orientalist Norberg wiederholt dem talentvollen Jünglinge anbot, lehnte er ab. Auch Hebräisch lernte er eben nur so viel, als zum Candidatenexamen erforderlich war, und noch in älteren Tagen, wenn sein Auge gelegentlich auf hebräische Schriftzüge fiel, lächelte er wohl und nannte die uralten Zeichen„schöne Kattun- muster“.** Es wäre jedoch sehr irrig, hieraus zu schliessen, dass er den Geist, der in den Schriftwerken jener Sprache sei- nen Ausdruck gefunden hat, nicht zu würdigen verstanden hätte. Er bewundert die„grossartige epische Entwickelung“ in den historischen Büchern des A. T., sowie in den prophetischen den kühnen Flug,„in welchem der Adler des Gedankens bald zum Zenith und bald zum Nadir schwebt’. Und wen da gelüstet, eine poetische Welt voll rosenfarbener Wunder zu schauen, den verweist er auf die Dichtung des Morgenlandes, wo alle Gestal- ten in Purpur auftreten und jede Blume wie eine an der Erde fest- gewurzelte Morgenröthe glüht.**r Immerhin scheint ihm— nach verschiedenen Stellen zu schliessen— ähnlich wie unserem Schleiermacher das sternhelle Dämmerlicht der alttestamentlichen Oekonomie gegen den glanzvollen Morgenstern, der den Mittel- punkt der neutestamentlichen bildet, zu tief in den Schatten getre- ten zu sein.
Was Tegnérs Stellung zum Christenthume in seinen jüngeren Jahren sowie während der ersten Hälfte seiner akademischen Wirksamkeit betrifft, so mag vorläufig an sein eigenes Wort erin- nert werden, dass auch ein grosser Mann doch nothwendig stets
Das Nähere bei Schubert:„Schwedens Kirchenverf.“, Bd. II, 506. ⸗. Kahl. 121. V, 140.


