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widerſpricht. Zweitens veranlaßt er den Prodikus zu der Behauptung, daß Pittakus nach ſeiner Keiſchen Mundart das Wort xale rös für zxxös genommen habe, und Simonides tadle ihn deshalb bloß wegen dieſes falſchen Sprachgebrauchs. Der Sophiſt weiß wieder keine andere Antwort als die Behauptung, dem ſei nicht ſo; daher weiſt denn Sokrates ſelbſt aus den un⸗ mittelbar folgenden Worten nach, daß dieſe Auslegung nicht möglich iſt, und giebt endlich eine dritte ausführliche Erklärung, die er aüfrecht erhält: Simonides will blos, um ſich ſelbſt Ruhm zu erwerben, den berühmten Ausſpruch des Pittakus widerlegen und ſagt: Edel zu werden, iſt ſchon ſchwierig, aber es zu ſein, iſt nicht, wie jener behauptet, ſchwer, ſondern gradezu un⸗ möglich. Für dieſe Auslegung bringt er folgende Gründe: 1) das u*% in Vers 1 hat keinen Sinn, wenn man ſich nicht das nachherige 24940 yersνα ν᷑άα‿ε ν als Gegenſatz denkt, der von vorn herein bekämpft werden ſoll; 2) das A4.◻ιεs iſt als Hyperbaton zu nehmen und mit „.lεαιν zu verbinden, denn bei«yxνeν hat es keinen Sinn, wer einmal gut iſt, iſt auch wahrhaft gut; 3) das ganze folgende Gedicht dient dieſer polemiſchen Tendenz, denn es führt nur den Gedanken aus, daß auch der beſte Menſch fehlt, daher keiner vollkommen iſt. Dieſe Erklärung iſt offenbar richtig, ſoweit ſie ſich auf die eigentlich ſtreitigen Worte bezieht. Der vollſtändige Beweis dafür aber lag ſchon in den acht erſten Verſen des Gedichtes allein,— warum geht nun Sokrates weiter und legt auch den übrigen Verſen in augenſcheinlich gewalt⸗ ſamer Deutung die polemiſche Beziehung auf die Worte des Pittakus bei? Zur Beantwortung dieſer Frage bieten ſich zwei Möglichkeiten dar: 1) Plato hat das Gedicht ſelbſt in dieſer Weiſe mißverſtanden, was„bei der Neuheit grammatiſcher Erklärung, wie ſie von den Sophiſten angeregt war, bei ihm erklärlich und verzeihlich wäre,“ oder 2) die Auslegung iſt nicht Platos Ernſt. Gegen die erſtere Annahme ſprechen folgende Gründe: 1) Plato wußte, daß das Gedicht ein Preisgeſang auf Skopas war; wie konnte er ſich denken, daß der ganze Inhalt deſſelben, oder wenigſtens ein bedeutender Theil, blos eine Polemik gegen Pittakus enthalten ſollte? 2) Abgeſehen von dem immerhin unwahrſcheinlichen Sinne, der dem ¹6» beigelegt wird, iſt die Beziehung der Worte o6 ν εαꝓ μι⁴αόαινααι u. ſ. w. auf Pittakus,— die Verbindung des x⁵νν mit.aαiννυι al ιιεέν ſo unnatürlich und gezwungen(das exν ρα‿αεe ſogar ſinnlos, denn wenn auch von einem unfreiwilligen Loben wohl die Rede ſein kann, ſo doch nicht von einem unfreiwilligen Lieben);— endlich die in der Form srsut gefundene Anſpielung auf den Dialect des Pittakus ſo wunderlich, daß Alles dies unmöglich von Plato ernſt gemeint ſein kann. Es bleibt alſo nur die zweite Annahme übrig, und für dieſe ſprechen in der That manche poſitive Gründe. Einmal trägt der ganze Dialog in manchen Partien ſo ſehr das Gepräge ſchalkhaften Humors — ich erinnere nur an die ironiſche Bewunderung des Protagoras, an die Art, wie dem Prodikus mitgeſpielt wird, an die den Lacedämoniern zugeſchriebene 4⁴ε« und philoſophiſche Weisheit als Antwort auf die Großthuerei des Protagoras mit dem Alter der Sophiſtik, an den leichten ſcherz⸗ haften Ton, in welchem grade dieſer Theil des Geſprächs gehalten iſt,— daß der Gedanke wohl nicht fern liegt, Plato wolle auch hier ſeine Gegner nur aufs Glatteis führen und ihnen zeigen, wie man auf ihrem eigenen Gebiete nach dieſer Methode ihnen Alles beweiſen könne, zumal da doch die beiden erſten Erklärungsverſuche unmöglich eine ernſte Deutung zulaſſen. Sodann bemerkt Sauppe mit Recht, daß„es der Anſicht, die Sokrates über all dieſe von den Sophiſten ſo viel 3


