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Caſſel, 12. Mai 1886. Am 2. Juni, wo in Montabaur die zwölfte Generalverſammlung des Vereins von Lehrern der höheren Schulen der Provinz Heſſen⸗Naſſau abgehalten wird, fällt der Unterricht aus.
Caſſel, 14. Mai 1886. Die Stiftung„Invalidendank“ wird zur Vermittelung von Inſertionen empfohlen.
Caſſel, 19. Juni 1886. Es wird Bericht verlangt über den jetzigen Unterrichtsbetrieb, zu⸗ nächſt über den Gang des Unterrichts in Religion und Deutſch.
Caſſel, 21. Juni 1886. Das Statut für das Kaiſer Wilhelms Gymnaſium und die In⸗ ſtruktion für das Kuratorium haben die Genehmigung des Herrn Miniſters erhalten.
Caſſel, 12. Auguſt 1886. Die vier neugewählten Mitglieder des Kuratoriums werden in dieſer Eigenſchaft vom Königl. Provinz. Schulkollegium beſtätigt.
Caſſel, 19. Augnſt 1886. Die Turnausflüge der Schüler ſollen nur zwei Nachmittage oder einen vollen Tag in Anſpruch nehmen. Wenn ein mehrtägiger Ausflug geplant wird, ſo iſt vor⸗ her der Behörde Bericht zu erſtatten.
Caſſel, 4. Januar 1887. Es wird dem Lehrerkollegium ſtrenge Wachſamkeit in Betreff der verbotenen Schülerverbindungen anempfohlen.
Caſſel, 7. Januar 1887. Der jährliche Zugang zu den Schülerbibliotheken ſoll in dem Programm vollſtändig mitgeteilt werden.
Caſſel, 27. Januar 1887. Die methodiſchen Lehrpläne für den Unterricht im Franzöſiſchen und in der Geſchichte ſollen bis Oktober d. J. abſchriftlich eingeſandt werden.
Caſſel, 4. März 1887. Mitteilung einer Miniſterialverfügung, nach welcher unbefugte Auf⸗ grabungen der Überreſte der Vorzeit, Stein⸗ und Erdmonumente, Gräberfelder, Urnenfriedhöfe, Ring⸗ wälle, Landwehren, Schanzen, u. ſ. w. aus römiſcher, heidniſch⸗germaniſcher oder unbeſtimmter vorgeſchichtlicher Zeit, ſowie die Verſchleppung der dabei gewonnenen Fundſtücke unterſagt werden.
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III. Chronik der Schule.
Das Schuljahr begann Montag, 3. Mai mit der Prüfung der neu angemeldeten Schüler. Es wurden im ganzen 54 aufgenommen. An folgenden Tage wurden, nachdem die katholiſchen Schüler einem feierlichen Gottesdienſte beigewohnt hatten, vor ſämtlichen Schülern die Schulgeſetze ver⸗ leſen und erklärt und die neu eingetretenen Schüler durch Handſchlag zur Beobachtung derſelben verpflichtet.
Zugleich trat der cand. prob. Herr Stemmler, der bereits am Schluß des vorigen Jahres den Unterricht der Klaſſen in aufſteigender Folge beigewohnt hatte, ſein Probejahr an.
Die Pfingſtferien dauerten vom 12. bis 16. Juni; ſie wurden um die Hälfte der Zeit ver⸗ kürzt, da das Sommerſemeſter ſo ungewöhnlich kurz war.
Am 2. Juni hielt der Verein von Lehrern der höheren Lehranſtalten der Provinz Heſſen⸗ Naſſau in Montabaur ſeine zwölfte Generalverſammlung ab. Es hatten ſich gegen 70 auswärtige Teilnehmer dazu eingefunden, welche zum größten Teile bei den Bürgern der Stadt gaſtfreundliche Aufnahme fanden, da ſelbſtredend die Gaſthöfe nicht ausreichten ſie unterzubringen Auch der Herr Provinzial⸗Schulrat Dr. Lahmeyer beehrte die Verſammlung mit ſeiner Gegenwart.
Am 18. Mai ſtarb der Kaufmann Hutter, der ſeit dem Beſtehen des Gymnaſiums wiederholt zum Kuratorium desſelben gehört hatte. Säntliche Klaſſen begleiteten denſelben zu ſeiner letzten Ruheſtätte.
Die gewöhnlichen Turnfahrten wurden in dieſem Sommer nicht gemacht, da bei der Kürze des Semeſters eine wiederholte Unterbrechung des Unterrichts nicht ratſam ſchien. Dieſelben wurden


