zendem Erfolge gewirkt hatte. Seinen unermüdlichen Bemühungen hauptſächlich, in Verbindung mit der thätigen Beihülfe der ſtädtiſchen und ſtaatlichen Behörden verdankt es die Stadt, daß das frühere Progymnaſtum, welches erſt im Jahre 1868 anſtatt der früher hier beſtehenden Real⸗ ſchule errichtet worden war, bereits im Jahre 1871 zu einem vollſtändigen Gymnaſium erweitert wurde und unter ſeiner umſichtigen und energiſchen Leitung ſich in kurzer Zeit blühend entwickelte. Die beſten Segenswünſche ſeiner Schüler, ſeiner Collegen und ſeiner bisherigen Mit⸗ bürger, deren Vertreter ihm bereits im Jahre 1873 das Diplom als Ehrenbürger der Stadt überreicht hatten, und welche bei ſeinem Scheiden ihre Anerkennung und Dankbarkeit durch Fackel⸗ zug und Feſteſſen kundgaben, folgten ihm in ſeine neue Stellung.
Die feierliche Einführung des Unterzeichneten, der am 14. Auguſt von dem ſtädtiſchen Curatorium einſtimmig zum Director des Gymnaſiums gewählt und am 17. Septbr. von Sr. Majeſtät dem Kaiſer als ſolcher beſtätigt worden war, in ſein neues Amt durch den königl. Commiſſarius, Herrn Provinzial⸗Schulrath Dr. Rumpel fand am 9. October im großen Rathhausſaale in Gegenwart der Schüler, des Lehrerkollegiums, des Curatoriums und zahlreicher Buͤrger ſtatt. Nach einem einleitenden Geſange ergriff der Herr Provinzialſchulrath das Wort; er gedachte zu⸗ nächſt der vielen Verdienſte des bisherigen Directors Dr. Pähler, entwickelte dann die bedeu⸗ tungsvollen Aufgaben, die dem neuen Director entgegentreten und wandte ſich zum Schluß mit warmen Worten an die Schüler der Anſtalt, indem er ſie zu regem Fleiße, zu ſtrengem Gehor⸗ ſam und wahrer Religiöſität ermahnte; nur wer als Schüler in vollem Maße ſeine Pflichten erfüllt und mit rückhaltloſer Hingabe dem Idealen nachgeſtrebt habe, dürfe hoffen, im ſpätern Leben mit Glück allen Gefahren zu entgehen, die namentiich in unſerer ſo materiell geſinnten, nach müheloſem Erwerb und üppigem Sinnengenuß ſtrebenden Zeit ſo manches Lebensglück früh⸗ zeitig untergraben. Darauf nahm der Unterzeichnete das Wort; nachdem er zunächſt dem Cura⸗ torium und dem Vertreter des Staates, dem Herrn Provinzialſchulrath ſeinen Dank ausgeſprochen und das erfolgreiche Wirken ſeines Vorgängers im Amte geſchildert hatte, entwickelte er in einem längern Vortrage die Aufgabe des Gymnaſiums und die Mittel, die dasſelbe zur Erreichung derſelben anwendet; er beſprach dabei die Stellung und Bedentung der einzelnen Unterrichtsfächer für die geiſtige Ausbildung und ſittliche Erziehung der Schüler und rechtfertigte die Wahl der Unterrichtsgegenſtände, die die Erfahrung vieler Jahrhunderte als am geeignetſten für die Ziele der Schule erkannt hat, alſo der Sprachen, der Geſchichte, der Mathematik, der Naturwiſſenſchaft und beſonders der Religion, die gleichſam als Sauerteig das Leben der Schule durchdringen ſolle; er zeigte, daß gerade die ideale Bildung, welche das deutſche Gymnaſium ſeinen Schülern gibt, das deutſche Volk, deſſen geiſtige Führer und Leiter ja faſt ausnahmslos durch die Schule des Gymnaſiums gegangen ſind, zu der hohen Stufe emporgeführt hat, welche es gegenwärtig unter den Völkern Europas wieder einnimmt. Sodann bewillkommte der Herr Oberlehrer Breuer den neuen Director im Namen des Lehrercollegiums und der Herr Decan Laux im Namen des Curatoriums und der Stadt. Ein Geſang ſchloß die Feier.
Am folgenden Tage fand die Prüfung der neu eintretenden Schüler ſtatt; es wurden 42 Schüler aufgenommen, davon 18 in die Sexta. Sodann begann der Unterricht, nachdem vor⸗


