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her der Director den verſammelten Schülern die Schulgeſede vorgeleſen und ihre Befolgung nach⸗ drücklich anempfohlen hatte. Nach hergebrachter Weiſe theilt der Unterzeichnete aber ſein Leben folgende Notizen mit.
Bernhard Werneke wurde geboren im Jahre 1825 zu Münſter in Weßfalen; er beſuchte zu⸗ nächſt das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt, ſtudirte nach abſolvirtem Gymnaſialcurſus an der dortigen Aka⸗ demie 3 Jahre lang insbeſondere Philologie u. Geſchichte u. begab ſich dann für 1 Jahr nach der Univerfität Berlin, um dort ſein Studien fortzuſetzen. Nachdem er an der Academie zu Münſter 1851 zum Dr. philos. promo- virt war, beſtand er daſelbſt im März deſſelben Jahres das Examen pro fac. doc. und trat im Herbſt als vrobecandidat am Gymnaſium zu Münſter ein. Im Jahre 1852 wurde er als Hülfslehrer in das Gymnaſium zu Coesfeld berufen und im Herbſt 1854 deſinitiv daſelbſt als jüngſter Lehrer angeſtellt. Im Jahre 1856 wurde er als erſter Oberlehrer an das Gymnaſium zu Deutſch⸗Crone(Weſtpreußen) berufen, woſelbſt er bis zum Jahre 1860 blieb. Darauf übernahm er eine neu gegründete Oberlehrerſtelle an dem Gymnaſium zu Paderborn und bekleidete dieſe bis zum Jahre 1874, wo er als Director an das Kaiſer Wilhelms Gym⸗ naſium berufen wurde.(Ueber die von ihm herausgegebenen Schriften vgl. Raßmann: Nachrichten von dem Leben und der Schriſten münſterländiſcher Schriftſteller. S. 366 u. fl.)
Da das letzte Programm unſerer Anſtalt in Folge der Verlegung des Anfangs des Schuljahrs zu Oſtern 1874 erſchienen iſt, ſo mögen hier auch einige Mittheilungen über das Leben derjenigen Lehrer folgen, die Oſtern 1874 an das hieſige Gymnaſium berufen ſind, näm⸗ lich der Herren Heſſe und Wiedel.
Caspar deſſe ged. 15. Dec. 1845 zu Hofolpe(Weſtſalen) beſuchte die höhere Stadtſchule zu Olpe und darauf das Gymnaſium zu Brilon, welches er im Herbſte 1865 verließ, um in Münſter Mathematik und Naturwiſſenſchaften zu ſtudiren. Nach Abſolvirung der Prüfung pro fac. doc. im Herbſt 1870 hielt er von 1871—72 ſein Probejahr am Gymnaſium zu Arnsberg und bekleidete darauf bis gegen Ende des Jahres 1873 eine Privatſtellung in Galizien. Oſtern 1874 wurde ihm eine wiſſenſchaftliche Hütfeleßrerſel⸗ an hieſigem Gynaſium übertragen.
Hermann Giedel, geb. 11. Jan. 1853 zu Borkenem in der Provinz Hannover, trat Herbſt 1864 in die Quarta des Gymnaſiums Josephinum zu Hildesheim. Herbſt 1870 mit dem Zeugniß der Reife vom Gymnaſium entlaſſen bezog er die Univerſität Göttingen, um Philologie zu ſtudiren und beſtand daſelbſt am 14. März 1874 die Prüfung pro fac. doc., worauf er mit Beginn des Sommerſemeſters als Probe⸗ candidat und zugleich als wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer dei dem hieſigen Gymnaſium eintrat.
In Folge der ſteigernden Frequenz des Gymnaſiums mußte mit Beginn des Schuljahres 1874— 75 eine vollſtändige Klaſſentrennung ſtattfinden; daher wurde die Berufung eines neuen Lehrers erforderlich und das Curatorium wählte in Folge deſſen den bisher am Gymnaſium zu Paderborn beſchäſtigten Schulamtscandidaten Hugo Neuhaus zum 3. Hilfslehrer.
Hugo Neuhaus geb. 19. Nov. 1848 zu Haltern, Reg. Bez. Münſter wurde anuf der Rectorat⸗ ſchule in Haltern vorgebildet und beſuchte dann vom Herbſt 1863 bis dahin 1868 das Gymnaſium zu Münſter. Mit dem Zeugniß der Reife entlaſſen widmete er ſich auf der Academie zu Münſter philologiſchen und tbeologiſchen Studien und beſtand im Juni 1874 das Examen pro fac. doc. Anfangs Juli trat er
8 als Probecandidat beim Gymnaſium zu Paderborn ein, im October 1874 wurde er als Hülfslehrer an das hiefige Gymnaſium beruſen.
Durch Reſcript des königl. Prov. Schulcollegiums wurde das Curatorium unter dem
18. October 1874 in Kenntniß geſetzt, daß gemäß dem Antrage des Curatoriums der Herr
Miniſter den bisherigen ordentlichen Lehrer Dr. Wahle zum Oberlehrer ernannt habe und vom


