Aus mehreren Ländern Deutſchlands ſind Klagen lautbar geworden über ungenügende Ergebniſſe der iuriſtiſchen Prüfungen. So waren in Hannover 1854 von 56 nur 1 ausgezeichnet, 10 gut, 25 genügend, 20 gar nicht beſtanden. Die Hannoverſche Zeitung hat ſich bemüht, die Urſachen dieſer Erſcheinung zu ergründen, und aus ſtatiſtiſchen Angaben den Nachweis geliefert, daß dieſelben nicht den Gymnaſien zur Laſt fallen. (Mützell Ztſchr. für Gymn. Juni 1855, S. 497. Pädagog. Zeitung der päd. Revue October und November 1855.)
Zum neuen Jahr 1856 haben die 3 Superintendenten des Großherzogthums eine Anſprache an ſämmtliche Geiſtliche ihrer Sprengel erlaſſen. Aus den daran gereihten kirchlichen Nachrichten vom 1855 werden hier folgende mitgetheilt: Am 20. März wurde der Aſſeſſor v. Preuſchen zum Oberconſiſtorialrath ernannt. Am 25. September, dem Säculartag des Augsburger Religionsfriedens, wurden die Oberconſiſtorialräthe Kümmich und Rinck von der theologiſchen Facultät in Gießen zu Doctoren der Theologie ernannt. Im Anfange 1855 belief ſich die Zahl der Candidaten auf 140, wovon 77 auf Ober⸗ heſſen, 48 auf Starkenburg, 15 auf Nheinheſſen kamen.— Starkenburg: Pfarrer Flach in Brensbach iſt am 11. Februar, Candidat Kranz in Darmſtadt geſtorben. Pfarrer Neunhagen in Umſtadt wurde zum Dekan ernannt. Beſetzt wurden Schwan⸗ heim mit Müller aus Darmſtadt, Michelſtadt(zweite Pfarrei) mit Wagner aus Rothenburg, Kirchbrombach mit Groh aus Wildbach. Verſetzt wurde Baur von Biſchofsheim nach Ettingshauſen. Stadtpfarrer Ritſert wurde zum Inſpector der ſtädtiſchen Schulen in Darmſtadt proviſoriſch ernannt. Als Pfarrverweſer, Pfarrvicare und Aſſiſtenten kamen Fuchs aus König nach Birkenau, Dieterich aus Oppenheim von Kirchbrombach nach Biſchofsheim, Eyermann aus Darmſtadt an die Schule daſelbſt, Zimmermann aus Darmſtadt nach Erbach, Schilling nach Dudenhofen, Krauß aus Arheiligen von Crumſtadt nach Albig, Strack aus Oberwiddersheim als Vicar an die Stadtknabenſchule in Darmſtadt. Die Freiprediger Göhrs und Dingeldey in Darmſtadt erhielten die proviſoriſche Verwaltung des erſten Stadtdiakonats daſelbſt. Ordinirt wurden Fuchs in Birkenau, Zimmermann in Darmſtadt. Die Definitorial⸗ prüfung beſtanden Daab aus Großbieberau, Doſch aus Erbach, Höfeld aus Darm— ſtadt, Krauß aus Erbach, Meyer aus Darmſtadt, Ritſert aus Darmſtadt.— Oberheſſen: Beſetzt wurde Ettingshauſen mit Baur, Friedberg(Diakonat) mit Baur, Wieſeck mit Bender. Verſetzt wurde Groh nach Kirchbrombach. Als Pfarr⸗ verweſer, Pfarrvicare und Aſſiſtenten kamen Franck nach Wildbach, Schüler nach Vilbel, Weimar als Rectoratsvicar nach Biedenkopf, Perſchbacher nach Ermenrod, Krauß nach Wenings, Strack nach Darmſtadt als Vicar der erſten Stadtknabenſchule. Ordinirt wurde Müller zu Battenfeld. Die Definitorialprüfung beſtand Schneider aus Hatzfeld.— Rheinheſſen: Vom Dekanat Oberingelhelm wurde auf Nachſuchen entbunden Pfarrer Walloth zu Monsheim; zum Delkanatsverweſer von Oberingelheim ernannt Pfarrer Ritſert daſelbſt Zu Stellvertretern der Dekane wurden gewählt in Oppenheim Weber zu Guntersblum, in Wöllſtein Walloth zu Monsheim, in Worms Willenbücher zu Pfeddersheim. Verſetzt wurde Paul von Bingen nach Großen— eichen, Clotz von Hohenſülzen nach Wallernhauſen. Als Pfarrverweſer, Pfarrvicare und Aſſiſtenten kamen Fitting nach Biebelnheim, Krauß nach Albig, Müller nach Fürfeld, Scriba nach Steinbockenheim, Wamſer nach Kettenheim, Krauß von Albig nach Wenings. Ordinirt wurde Müller zu Fürfeld. Die Deſinitorialprüfung beſtand Chriſt aus Nierſtein.


