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In dem Lehrerperſonal der Gymnaſien und Realſchulen des Großherzogthums haben 1855 folgende Veränderungen ſtattgefunden: Dr. Friedrich Schleußner wurde von der Real⸗ und Gewerbſchule in Darmſtadt an das Gymnaſium in Worms verſetzt, wo für den jetzigen Realſchuldirector Dr. Schödler in Mainz vicarirend Realſchul⸗ candidat Otto Buchner bis dahin fungirt hatte, welcher ſeitdem nach Offenbach verſetzt worden iſt. An der Realſchule zu Alzei wurde Gymnaſialcandidat Dr. Ludwig Krämer definitiv angeſtellt. Am Gymnaſium zu Mainz wurde der Lehrer der neueren Sprachen Johann Nepomuk Friedrich Schilling am 11. April in Ruheſtand verſetzt; dagegen erhielten definitive Anſtellung am 12. Mai Dr. Johann Baptiſt Keller, am 3. Sep⸗ tember Wilhelm Kiefer, am 22. September Ludwig Noiré, am 26. September Cornelius Billhardt, letzterer von Bensheim verſetzt, wo Gymnaſialcandidat Paul Reis ſeine Stelle erhielt. An der Realſchule in Mainz wurde Cornelius Schleidt als Modellir- und Zeichnenlehrex definitiv beſtätigt. In Friedberg wurde der erſte Lehrer der Realſchule Karl Sigismund Müller als Pfarrer nach Aſſenheim verſetzt, und ſeine Stelle einſtweilen zu proviſoriſcher Verwaltung dem Vicar Gymnaſialcan⸗ didaten Emil Willenbücher übertragen. An der Taubſtummenanſtalt daſelbſt wurde Georg Speckhard als Lehrer definitiv beſtätigt. In Gießen wurde zur Vicarirung der vacanten Lehrſtelle der Mathematik Realſchulcandidat Alfred Maul verwendet, welcher nunmehr einem Rufe ins Ausland als Lehrer an der Realſchule zu Baſel folgt. An der Realſchule in Gießen wurde Director Dr. Johann Wilhelm Braubach am 20. Junius in Ruheſtand geſetzt, und die proviſoriſche Führung der Direction dem Profeſſor Dr. Weigand übertragen. In Darmſtadt wurde Dr. Heinrich Dölp als Lehrer an der Realſchule deſinitiv beſtätigt, Dr. Philipp Büchner von der Realſchule und dem Gymnaſium in Mainz an die Real⸗ und Gewerbſchule als Lehrer der Chemie verſetzt, und Dr. Friedrich Bruno Hoffacker von Freiburg in Baden als Lehrer der Landwirthſchaft an die Gewerbſchule berufen.
Von 33 Gymnaſialcandidaten haben 6 definitive Anſtellung erhalten, 6 andere ſind nach Beſtehung der Prüfung in Gießen hinzugekommen, nämlich Dr. Ludwig Wittmann aus Beſſungen, Konrad Lips aus Queck, Jakob Schlenger aus Wommernheim, Konrad Joſeph Herrmann aus Bensheim, Karl Ludwig Schall aus Mainz, Johann Karl Becker aus Mainz. Von dieſen 33 Candidaten(Württemberg hat deren jetzt 40, darunter jedoch 32 für Präceptorate an lateiniſchen Landſchulen, dergleichen im Großh. Heſſen nicht mehr vorhanden ſind) ſind 22 evangeliſch, 11 katho⸗ liſch, 25 Philologen, 7 Mathematiker, 1 für neuere Sprachen geprüft.— Von 16 Realſchulcandidaten ſind 2 abgegangen, einer dazugekommen, Konrad Schneider aus Traishorloff, dermalen Acceſſiſt und Geſanglehrer am Gymnaſium zu Worms. Von den vorhandenen 15 Candidaten ſind 11 evangeliſch, 4 katholiſch.
Die Zahl der dermaligen Gymnaſialſchüler hierſelbſt iſt in I. 18, II. 38, III. 38, IV. 41, V. 34, VI. 32, VII. 23, zuſammen 224. Davon ſind gebürtig aus Darm⸗ ſtadt 117, aus dem übrigen Starkenburg 37, aus Oberheſſen 35, aus Rheinheſſen 21, aus dem Ausland 14. Nach der Confeſſion ſind evangeliſch 198, katholiſch 19, Iſraeliten 7.
Aufgenommen wurden zu Oſtern 1855: Karl Baur, Ernſt Beck, Ludwig Brill, Wilhelm Buderus aus Hirzenhain, Karl Daudt aus Kirchbrombach, Theodor Fügen aus Wörrſtadt, Julius Köhler, Ferdinand Schnittſpahn, Ludwig Fecher aus Lampertheim, Armaud Heydacker aus Forbach, Hermann Thomas, Wilhelm Zeller, Hugo Buderus aus Hirzenhain, Franz von Rieffel, Georg Scherff aus Pfeddersheim, Friedrich von Creß aus Höchſt, Chriſtian Krauß aus Erbach, Friedrich Lehr aus Volkartshain, Karl Manchot
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