Aufsatz 
De Bacchiadis Corinthiorum / scripsit Carolus Wagner
Entstehung
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praktiſchen Tact des Engländers, der in dem anmuthigſten Wechſel von Proſa und Poeſie, von Ernſt und Scherz, von Geſchichte und Meditation, von Fabeln und Denkſprüchen ein Büchlein zu ſchaffen wuſſte, das auf jeder Seite intereſſant iſt, überall Sinn nnd Verſtand, Geiſt und Gemüth verräth, und das Alles in einer Form, die wie das Wort der Bibel dem Knaben verſtändlich iſt und doch zugleich den Erwachſenen feſſelt und erfreut, und in einem Latein, das bis auf wenige unweſentliche Aenderungen den claſſiſchen Autoren entnommen iſt. Von beſonderer Wichtigkeit erſcheint es, daß dieſe kleinen Ver⸗ änderungen ſo glücklich angewendet worden ſind, um Alles zu entfernen, was dem Knaben entweder ganz unverſtändlich bleiben, oder nur durch ſachliche Erläuterungen ver⸗ ſtändlich gemacht werden kann, die in die Details alterthümlicher Begriffe und Verhältniſſe einführend viel Zeit koſten und nur von der Hauptſache, der ſprachlichen Erfaſſung, ableiten. Ich kann nur bedauern, daß dieſes Werkchen nicht durch Umarbeitung nach Deutſchland übertragen für unſern Gebrauch zugänglich vorliegt. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Leute, die ſonſt jeden Autor perhorreſciren, doch dieſem Latein ihren Reſpect nicht verſagen konnten. Es iſt ein engliſcher Garten antiker Lebensbilder in ihrer vollen Blüthe, nicht ein Herbarium ſyſtematiſch zuſammengepreſſter und dadurch vertrockneter Pflanzen.

Als erfreuliches Ergebniß dieſer Verhandlungen liegt nunmehr vor: Flores et fructus Latini. Puerorum in usum legit Carolus Wagner. Lipsiae, E. Fleischer(R. Hentschel). MDCCCLVI.

Darmſtadt, October 1854. Zu einem dreiwöchentlichen Lehrgang im Schulturnen ſind folgende Lehrer aus Frankfurt ſeit dem 23. Octbr. hier anweſend: Vom Gymnaſium Dr. Schmidt, von der kathol. Selectſchule Hr. Schnepf, von der Weißfrauenſchule Hr. Schulze, von der Dreikönigsſchule Hr. Bart, von der Allerheiligenſchule Hr. Baſch, von der St. Katharinenſchule Hr. Scherer, von der kath. Domſchule Hr. Meiſter. Zu dieſen kommen von hieſigen Lehrern der Realſchule: Hr. Chriſtmann, Hr. Ahl, Privatlehrer Hr. Reineck, Hr. Brehm und Hr. Stahl, welche alle zuſammen theils durch Anſchauung in den gewöhnlichen Turnſtunden der Schüler und Schülerinnen theils in den Abendſtuuden durch Selbſtübung unter Spieß die theoretiſche und prak⸗ tiſche Befähigung gewinnen wollen, demnächſt in ihren Schulen die Leitung des Turn⸗ unterrichtes zu übernehmen. Wir müſſen in der That in Betracht des ſchon früher aus Frankfurt Berichteten das Streben der Frankfurter, hinter der Nachbarſchaft im Turnen nicht zurückzubleiben, rühmend anerkennen und wünſcheu überall ſolchen Wetteif rüſtiger Jugendbildung wahrzunehmen. K. W.(A. S. Z. 1854, Nr. 132).

Um das Spieß'ſche Schulturnen durch eigne Anſchauung kennen zu lernen, wurde von Lübeck der Turnlehrer Schmal, von Ulm der Turnlehrer Jechle hierher geſandt, um einige Wochen hier zu verweilen und ſich lernend und verſuchend an dem hieſigen Verfahren zu betheiligen.(A. S. Z. Mai 1855).

Wiewohl unſer Turnmeiſter, Hr. A. Spieß, zu ſeiner Geneſung jetzt im Bade Soden am Taunus iſt, verweilen doch wieder hierſelbſt zwei auswärtige Lehrer, von ihren Behörden geſendet, Hr. Gymnaſiallehrer Dr. Wernike aus Coesfeld in Weſtphalen und Hr. K. Werth, Lehrer am Gymnaſium in Duisburg, um perſönlich und durch Augenſchein das hieſige Schulturnen und die dazu getroffenen Einrichtungen näher kennen zu lernen.(A. S. Z. September 1855).

Die allgemeine Lehrerverſammlung zu Pyrmont empfiehlt das Turnen nach Spieß für alle Schulen ſowohl für Knaben als Mädchen.(A. S. Z., Nr. 106, September 1854). Nach den neuen preußiſchen Regulativen ſollen durch umſichtige Anwendung des Ling'ſchen und Spieß'ſchen Syſtems angehende Lehrer an Seminarien eine zweckmäßige

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