Aufsatz 
Die Körperlehre als Einleitung in den planimetrischen Unterricht an höheren Mädchenschulen
Entstehung
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Um ihrer äusserst angegriffenen Gesundheit willen sah sich die Schulverwalterin Fräulein Elsa Goertz genötigt, am 1. April aus dem hessischen Schuldienste auszuscheiden(Verfügung vom 23. Fe- bruar 1905); ersetzt wurde sie durch Fräulein Ida Kempf, bisher Lehrerin an der Hõöheren Bürger- (Mädchen-)Schule zu Oppenheim.

Ida Kempf, geboren am 30. April 1878 zu Frankfurt a. M., trat nach dem Besuche der Volksschule in die Höhere Mädchenschule zu Mainz ein, die sie Ostern 1895 verliess, um das Lehrerinnenseminar zu Darmstadt zu durchlaufen. Ostern 1897 bestand sie daselbst die Prüfung der Anwärterinnen für das Lehramt an Höheren Mädchenschulen. Nachdem sie ein Jahr als Privatlehrerin in Mainz tätig gewesen, wurde ihr Ostern 1898 durch Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums die Verwaltung einer Lehrerinnenstelle an der Höheren Bürger-(Mädchen⸗) Schule zu Oppenheim a. Rh. übertragen. Durch Höchstes Dekret vom 7. Mai 1902 gelangte sie zur definitiven Anstellung an dieser Schule. Einen vorübergehenden Aufenthalt in Frankreich und England benutzte sie dazu, um sich im mündlichen und schriftlichen Gebrauche der Sprache beider Länder noch zu vervollkommnen. Durch Ver- fügung vom 6. April 1905 übertrug ihr Grossherzogliches Ministerium mit Wirkung vom 1. Mai dieses Jahres die provisorische Verwaltung einer Lehrerinnenstelle an der Höheren Mädchenschule zu Mainz.

Der Unterricht im Seminar verlangte die Errichtung einer neuen Stelle für einen akademisch gebildeten Lehrer. Durch Allerhöchstes Dekret vom 29. Juli wurde diese mit Herrn Dr. Meier Schüler aus Frankfurt a. M. besetzt, der sie seit Beginn des Schuljahres auch bereits provisorisch(Verfügung vom 15. Mai) verwaltet hatte.

Dr. Max Meier Schüler, geboren den 14 Januar 1877 zu Frankfurt a. M., besuchte das städtische Gym- nasium daselbst, von dem er Herbst 1895 mit dem Zeugnis der Reife entlassen wurde. Er studierte sodann Philosophie und neuere Philologie an den Universitäten zu München, Berlin und Strassburg; an letztgenannter Hochschule wurde er im Januar 1900 zum Doktor der Philosophie promoviert. Darauf hielt er sich einige Monate in Frank- reich auf, um sich im praktischen Gebrauche der Sprache dieses Landes weiter auszubilden. Im März 1901 bestand er in Strassburg das Staatsexamen. Nach einjährigem Besuche des pädagogischen Seminars der Klinger-Oberreal- schule zu Frankfurt begab er sich für ein halbes Jahr nach England. Danach war er bis zu seiner Berufung nach Mainz als wissenschaftlicher Hilfslehrer an mehreren Anstalten tätig.

. Die im Brecherhause untergebrachten Klassen 4 b, 5 b, 6 bce erfuhren einen mehrfachen Wechsel ihrer Religionslehrer. Herr Pfarrer Lic. theol. Jacob trat an Stelle des Herrn Divisionspfarrers Haepp (Verfügung vom 9. März 1905); Herr Kaplan Hoffmann, während der Osterferien nach Alzey versetzt, erhielt in dem uns von früher her bereits bekannten Herrn Kaplan Boos vorübergehend einen Nach- folger(Verfügung vom 3. Mai), bis dessen Versetzung nach Seligenstadt, kurz vor Beginn des Winter- halbjahrs, die Ubertragung seiner Unterrichtsstunden an Herrn Kaplan Edmund Kalt(Verfügung vom 31. August) zur Folge hatte.

Lic. theol. Leonhard Jacob, geboren am 27. Januar 1866 zu Rimbach i. O., besuchte die Volksschule seines Heimatortes, die Höhere Bürgerschule zu Weinheim a. B., das Gymnasium in Darmstadt, diente 1886/87 im Infanterie-Leibregiment zu München und studierte alsdann in Berlin und Giessen Theologie. Nach bestandener Fakultätsprüfung besuchte er das Predigerseminar in Friedberg und wurde nach dem Definitorialexamen Herbst 1892 Pfarrverwalter in Londorf, dann Pfarrassistent in Vilbel, später Pfarrassistent zu Bensheim und Religionslehrer am Gymnasium daselbst. Im Herbst 1896 wurde er zunächst als Pfarrverwalter und dann, im Herbst 1897, als Pfarrer in Mainz angestellt.

Edmund Kalt, geboren zu Lorsch am 12. Oktober 1879, besuchte bis 1894 die Realschule zu Gross-Umstadt, alsdann bis 1900 das Gymnasium zu Bensheim. Nach bestandener Reifeprüfung widmete er sich dem Studium der Theologie im Priesterseminare zu Mainz. Im April 1904 zum Priester geweiht, fand er als Kaplan kurze Zeit in Heppenheim a. d. B. Verwendung, alsdann zu Seligenstadt als Kaplan und Lehrer an dem Progymnasium daselbst. Seit dem 7. August 1905 ist er in Mainz an der Pfarrkirche zu St. Bonifaz als Kaplan angestellt.

Aus Anlass der hundertjährigen Wiederkehr von Schillers Todestag fand am 9. Mai eine Schiller- feier statt, bei welcher der Unterzeichnete überSchillers Bedeutung für die Schule sprach. Die Grossherzogliche Bürgermeisterei liess bei dieser Gelegenheit jeder Schülerin ein Exemplar des von Herrn Hofrat Börkel verfassten Schillerbuchs einhändigen, wofür wir ihr wie auch den Herrn Stadt- verordneten unsren Dank im Namen der Empfängerinnen hier wiederholen.