Aufsatz 
Die Körperlehre als Einleitung in den planimetrischen Unterricht an höheren Mädchenschulen
Entstehung
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Am 16. Mai beteiligten sich Schule und Seminar an der von der Stadt gelegentlich des Einzugs der Grossherzoglichen Herrschaften veranstalteten Spalierbildung.

Die Wiederimpfung der 1894 geborenen Schülerinnen fand am 19. Mai statt; ihr schloss sich acht Tage später die übliche Nachschau an.

Kurz vor Pfingsten musste die Schulverwalterin Fräulein Emma Mayer krankheitshalber bis zum Beginn der Herbstferien beurlaubt werden, und danach machte ihr Zustand eine weitere Beur- laubung bis Ostern d. J. notwendig. In ihre Vertretung teilten sich mehrere Lehrkräfte der Anstalt, was manche nicht zu vermeidende Störungen des Unterrichts im Gefolge hatte.

Der allgemeine Schulausflug am 30. Mai brachte die Seminaristinnen sowie die Klassen Ia und lab nach Münster a. Stein, von wo aus man der alten Baumburg einen Besuch abstattete; die Klassen 2 ab und 3 ab unternahmen eine Rheinfahrt, mit längerem Aufenthalt in Bacharach. Von den mittleren und unteren Klassen wurden verschiedene Punkte der näheren Umgebung von Mainz aufgesucht.

Zu vierzehntägiger Landwehrübung waren im Sommerhalbjahr die Herren Professor Dr. Ledroit und Lehrer Zimmermann, zu achtwöchiger Reserveübung die Herrn Oberlehrer Dr. Wagner und Lehr- amtsassessor Dr. Wimmenauer eingezogen; doch fiel die Dienstzeit der beiden letztgenannten Herren grösstenteils mit den Herbstferien zusammen.

Das Winterhalbjahr begann unter dem erschütternden Eindruck des am 9. September erfolgten Dahinscheidens unsres allverehrten Oberbürgermeisters Herrn Dr. Gassner. Mit banger Sorge hatten auch wir in den ersten Septembertagen die stets schlimmer lautenden Nachrichten über sein Befihden verfolgt, bis am Morgen des letzten Ferientags sich die Kunde von seinem Ableben in der Stadt vér. breitete. Tiefbewegt machte der Unterzeichnete am 11. September dem Kollegium vor Wiederaufnahme der gemeinsamen Berufstätigkeit von dem Trauerfalle Mitteilung; am Nachmittag beteiligten sich sämt- liche Lehrer der Aunstalt an der Beisetzungsfeier, wobei als äusseres Zeichen seiner Verehrung und Anhänglichkeit das Kollegium durch den Unterzeichneten an der Bahre des Entschlafenen einen Kranz niederlegen liess. Dem verdienstvollen Mitbegründer unsrer Anstalt und langjährigen Vorsitzenden ihres Kuratoriums werden besonders diejenigen Mitglieder des Kollegiums ein treues Andenken bewahren, die unter seiner Leitung gearbeitet und bei ihrer Arbeit seines wohlwollenden Rates sich jederzeit erfreuen durften.

Weil das Geburtsfest ihrer Königlichen Hoheit der Grossherzogin auf einen Sonntag fiel, so wurde der Unterricht am 16. September ausgesetzt(Verfügung vom 28. August); den schulfreien Morgen benutzten die Seminaristinnen zu einem Besuch der landwirtschaftlichen Ausstellung, mit der am Vor- mittag des 18. auch die Schülerinnen der Klassen Ia 4 ac bekannt gemacht wurden.

Mit Genehmigung Grossherzoglichen Ministeriums(Verfügung vom 9. August) wurde die Zeichen- lehrerin Fräulein Marie Seyd vom 1. Oktober an zum Zwecke eines Studienaufenthaltes in München für ein halbes Jahr beurlaubt; init ihrer Vertretung wurde die Zeichenlehrerin Fräulein Hedwig Klein be- auftragt(Verfügung vom 12. September).

Wegen Verlegung seines Wohnsitzes nach Offenbach ist Herr Dr. David zu Beginn des Winter- halbjahres aus dem Kuratorium der Anstalt ausgeschieden; an seine Stelle wurde der Herr Stadtver- ordnete Adelung gewählt.

Am 14. Oktober wohnte der Unterzeichnete der im grossen Sitzungssaale des Stadthauses vor- genommenen Verpflichtung und Diensteinführung des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Göttelmann bei.

In seiner Festrede anlässlich der Feier des Allerhöchsten Geburtstags Sr. Königlichen Hoheit des Grossherzogs am 25. November behandelte Herr Oberlehrer Dr. Bender die Frage:Warum feiern wir das Geburtsfest unsres Landesfürsten? Der 27. Januar brachte nach einleitendem Gesange und einer kurzen Ansprache des Direktors die Aufführung von Johanna Siedlers FestspielFrühling im Winter, um dessen Einübung sich die Herren Kempf I. und Schader sowie Fräulein Binder besonders