19
Zusammensetzung des Bodens unterscheidet sich kaum von der in der benachbarten Pampa. Auch in der Vegetation besteht eine große Ahnlichkeit. Wenn auch die Grasflächen um die Oberläufe der nach W durch die Andenzone schneidenden pazi- fischen Flüsse Pampas genannt werden und mit diesen viele gemeinsame Züge haben, so beginnt die eigentliche patagonische(Geröll-) Pampa doch erst östlich der Wasserscheide. Der nördliche Abschnitt des Längstales, der sich wiederum in eine Reihe einzelner Täler gliedert(Tal des 16. Oktober, Valle Cholila, Nuevo) ist der wirtschaftlich wertvollste Teil des zwischen Chile und Argentinien streitigen Grenzgebiets, der nun an letzteres ge- fallen ist. Der Boden ist hier fruchtbar und von einem üppigen Graswuchs bedeckt, der eine emporblühende Viehzucht(Rinder und Schafe) begünstigt. Das wichtigste Bei- spiel eines solchen Tales, das sich für Ackerbau und Viehzucht eignet, ist die reich- gesegnete Kolonie des 16. Oktober am Unterlauf des Rio Corintos, wo eine Anzahl Walliser sich angesiedelt hat. In diesen Tälern, z. B. im Valle Cholila wie auch in vielen andern, finden sich oft„einige kleine, salpeterhaltige abflußlose Seen“*), welche diese Gebiete als ehemaligen Seeboden kennzeichnen. Das Einschrumpfen und die Zergliederung der großen Seebecken ist der deutlichste Beweis für die Trockenheit der im Regenschatten der hohen Andenmauer liegenden Gebiete.
d) Höhenlage der einzelnen Talabschnitte.
Der Schluß der Betrachtung des östlichen Längstales soll der Höhenlage der einzelnen Talabschnitte gelten. Der Lago Nahuelhuapi hat eine Meereshöhe von 753 m**), der Lago Mascardi eine solche von 781 m***⁴). Das Tal senkt sich nach 8 und erreicht im Valle Nuevo eine mittlere Höhe von 340 m †). Das Valle Cholila hat wieder eine etwas größere Höhe, ca. 550 m †p), während sie im Valle 16 de Octubre ca. 360 m†††) beträgt. Das Lago General Paz liegt 925 m†rf) hoch. Die Höhe in der Quellenregion des Rio Pico und Rio Frias beträgt etwa 8— 900 m§). Die lakustrine Depression zwischen dem Lago Buenos Aires und dem Rio Senger hat eine Höhe von 7—800 m. Von nun an wird die Höhe wieder geringer: Lago Buenos Aires 224 m§§), Lago Cochrane 156 m§§), Lago Belgrano 870m§§), L. Nansen 819 mS§§), Lago Argentino 180 m, L. Dickson 270 m§§§), L. Frio 250 m§ᷣ§§). Sieht man von den Ketten ab, die das Längstal durchziehen, so ergibt sich, daß seine Höhe zwischen 200 und 000 m schwankt.
5. Die Vorkordilleren.
Die am weitesten nach O vorgeschobenen Ketten, welche das östliche Längs- tal gegen das patagonische Tafelland abschließen und der zentralen Kordillerenzone
*) Geographische Zeitschrift VIII. p. 146. **) C. Martin, Petermanns Mitteilungen 1901, Tafel 2. ***½) Karte zu Chilean-Argentine Boundary Arbitration. †) H. Steffen, Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde, Berlin 1900. Tafel 3. † †) P. Krüger, Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde, Berlin 1900. Tafel 1. † †⁵ †) H. Steffen, Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde, Berlin 1900. Tafel 3. §) Karte von Moreno zu Notes Préliminaires sur une Excursion aux territoires du Neuquen, Rio Negro, Chubut et Santa Cruz. §§) Karte zu Chilean-Argentine Boundary Arbitration. §§§) Argentine-Chilian Boundary in the Cordilleras de los Andes, p. 965.


