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für die trochäiſche Cäſur im dritten Fuß hat und beſonders häufig die Cäſur nach der erſten Theſis des erſten Fußes, ſowie am Ende des erſten und vierten Fußes anwendet, ſo erkennen wir in dieſer Beziehung eine bedeutende Abweichung vom griechiſchen Hexa⸗ meter der claſſiſchen Zeit. Eine andere Eigenheit des Quintus iſt die Vorliebe für Daktylen, auffällig ſelbſt für den, welcher wohl weiß, daß der rein daktyliſche Hexa⸗ meter bei den Alten numeriſch am ſtärkſten vertreten iſt.
Es iſt dem Dichter gelungen, ſeinem Epos äußerlich eine Art Homeriſcher Färbung zu geben. Nie hat er ganze Verſe entlehnt, aber viele benutzt und paraphraſirt; im Ein— zelnen nahm er darauf Bedacht, den Sprachſchatz ſeines Vorbildes auszubeuten, bringt aber auch eine Menge Wörter, beſonders Adjectiva, die bei Homer gar nicht vorkommen, aber nach Analogie zu erklären ſind. Grammatiſche Seltſamkeiten finden ſich nicht wenige. Bernhardy nennt des Quintus Sprache geradezu incorrect, mangelhaft und trotz der An— lehnung an Homer fremdartig durch Veränderungen in Phraſen, Bedeutungen und Struc⸗ turen; der Satzbau entbehre ſowohl der paſſenden Gliederung, als auch der Mannigfaltig— keit; tadelnswerth ſei die Eintönigkeit der Interpunction, die Zerſtückelung der Satz⸗ glieder, die Neigung am Anfang des Hexameters zu pauſiren und das Streben aus Mangel an ſchicklichem Organismus die Sätze zuweilen zu ſprödem Aggregat anwachſen zu laſſen. Viel milder iſt das Urtheil, welches Köchly über das Verhältniß der Sprache des Quintus zu der Homeriſchen in den Prolegomenen abgibt. Lehrs, Bruder des oben genannten Herausgebers, nimmt an, daß die Elemente bei beiden Dichtern großentheils dieſelben ſeien, bezeichnet aber die Miſchungsverhältniſſe als ganz verſchieden, ſo daß ſie Farbe und Geſchmack unverkennbar änderten; auch glaubt er, es ſei dem Quintus nicht wenig daran gelegen geweſen, daß man ſeine Abweichungen und Ausſchreitungen aus der Homeriſchen Sprache recht bemerken ſollte. Ein entſcheidendes Urtheil iſt wohl erſt möglich, wenn uns eine auf die ſo tüchtigen Vorarbeiten gegründete erſchöpfende Mono⸗ graphie über Sprache und Sprachſchatz des Dichters vorliegt.
Auffallend iſt bei Quintus die große Zahl der Gleichniſſe. Man hat früher daran keinen Anſtoß genommen, ſelbſt die theilweiſe Neuheit und Trefflichkeit derſelben, nament⸗ lich der aus dem Naturleben entlehnten, bewundert. Jedenfalls aber ſind die Gleichniſſe zu zahlreich, öfters weitſchweifig und an unpaſſenden Stellen angebracht, dabei nicht ſelten zu gewöhnlich und unkünſtleriſch. Wenn nun aber auch das Gleichniß gerade im Epos den größten Umfang und Werth beſitzt und einen unvergleichlichen Ruhepunkt für Sammlung und Betrachtung bietet, und wenn auch durch dasſelbe nach Hegel's Aus— ſpruch am beſten das Pathos des Erzählers und die Leidenſchaft des Leſers in einem geiſtigen Mittelpunkt beſchränkt wird; ſo ſind doch beſtimmte Grenzen vorgezeichnet, die ohne Verletzung des guten Geſchmacks nicht überſchritten werden dürfen. Bei Homer ſind die Gleichniſſe, allen Schmuck ablehnend, von ſchlagender Wirkung, poetiſch und unſäglich natürlich, mit einer Reinheit und Innigkeit gezeichnet, vor der man, wie Göthe meint, erſchrickt; bei Quintus dienen ſie öfters nur dazu, die Schwäche der Zeichnung zu verdecken.— Auch mit Sentenzen und moraliſchen Ermahnungen iſt der Dichter zu freigebig, und indem er meiſt undraſtiſch die Sprüche ſelbſt hinzuthut, nicht von geeig⸗


