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ſchrecklichen Sturm. Schiffbruch; Aias endet nach furchtbaren Leiden. Apollon und Po⸗ ſeidon zerſtören die Mauerwerke der Achaier.
Bei dem Durchleſen dieſer Inhaltsangabe mag es nun nicht Wenigen bedünken, daß ſie bei älteren griechiſchen und römiſchen Schriftſtellern Alles gerade ſo oder doch ähnlich gefunden hätten, und daß Quintus dieſe gewiß benutzt, oder doch mit ihnen gleiche Quellen gehabt haben müſſe. Eine ſchärfere, auf alle Differenzen genau ein⸗ gehende Prüfung zeigt aber, daß ſich die Sache ganz anders verhält. Köchly hat nach⸗ gewieſen, daß der Dichter die kykliſchen Epiker, welche den Trojaniſchen Mythos und die verwandte Heldenſage ſich zum Vorwurf genommen, unberückſichtigt gelaſſen, oder (was freilich dahingeſtellt bleiben muß) gar nicht gekannt habe; daß er auch nicht aus dem Steſichoros, nicht aus den Tragikern, nicht aus den älteſten Hiſtorikern und den Sophiſten, auch nicht aus römiſchen Dichtern geſchöpft;— ſondern daß er ſich ganz einfach an Homer ſelbſt angelehnt, deſſen Andeutungen benutzt und Vieles aus demſelben componirt habe. Die Fabeln ſeien aus jüngeren Mythographen hergeholt, vielleicht aus einem proſaiſchen Büchlein von der Art des Apollodoros. Struve's Anſicht, daß Quintus ſelbſt bei ſeinen Studien eine große Menge Fabeln geſammelt und die in der troiſchen Gegend einheimiſchen aus dem Munde der Einwohner geſchöpft habe, ſei nicht ſtichhaltig, da der Dichter in ſeinem Epos gar keine ſelbſtändige Studien verrathe und gewiß nicht den Homer ſo unverfälſcht nachgeahmt hätte, wenn er ein gelehrter Grammatiker geweſen wäre. In welcher ungewöhnlichen Ausdehnung aber Homer nachgeahmt iſt, zeigt, abge⸗ ſehen von den Schilderungen der Kämpfe, Leichenſpiele und Gaſtmähler, die von Köchly gegebene Vergleichung von einzelnen Stellen aus den ſieben erſten Büchern des Quintus mit entſprechenden Stellen der Ilias.
Frühe ſchon hat man bei unſerem Dichter den Takt, den Wohlklang und die Harmonie der Verſe rühmend anerkannt und als Homer's würdig bezeichnet; doch weicht der Vers⸗ bau vom Homeriſchen weſentlich ab. Die griechiſchen Dichter der claſſiſchen Zeit(vgl. die Metrik von Roßbach und Weſtphal) wendeten bekanntlich im Hexameter die beiden Arten der Cäſur, entweder unmittelbar nach der Arſis des dritten Fußes oder nach der erſten Theſis desſelben, gleich häufig an; dabei liebte man es zur Verſtärkung der rhyth⸗ miſchen Bedeutung der Cäſur im dritten Fuß die Arſis des vierten Fußes durch Cäſur von der vorausgehenden und nachfolgenden Arſis zu trennen. Von dieſer Normalform des Hexameters wich man aber nicht ſelten ab, indem man die Cäſur des vierten Fußes vernachläſſigte und durch eine Cäſur im fünften Fuß einigermaßen erſetzte; die Cäſur im dritten Fuß ward aber in den meiſten Fällen feſtgehalten und hatte wohl auch noch eine zu Ende des dritten Fußes neben ſich. Eine Vernachläſſigung dieſer Hauptcäſur im dritten Fuß iſt faſt immer durch einen an dieſer Stelle ſtehenden längeren Eigennamen oder ein Compoſitum entſchuldigt, und außerdem tritt dann eine Cäſur des vierten Fußes un⸗ mittelbar hinter der Arſis ein und wird Hauptcäſur; begleitet iſt ſie von einer Cäſur im zweiten Fuß nach der Arſis oder der erſten Theſis, ſehr ſelten am Ende des Fußes. Möglich iſt übrigens eine Cäſur an jeder Stelle des Hexameters, da nach jeder Silbe ein Wortende ſein kann. Wenn wir nun finden, daß Quintus eine ungemeſſene Neigung


