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Streben,„den bestimmten Theil, vor welchen das bestimmende Wort trat, in seiner Selbständigkeit so weit zu vernichten, dass er zwar dem vorher- gehenden Worte eine bestimmte Farbe immer noch verleiht, aber seines sinnlichen Gehaltes und seines selbständigen Bestehen-Könnens verlustig geht, zu einer blossen etwas Allgemeines bezeichnenden Lautgruppe oder zu einem Bedeutungszeichen herabsinkt.“ Dieses functionelle Uebergewicht des Prae- fixes ist schon dadurch angezeigt, dass es eben, wie der Name besagt, an den Anfang gestellt wird. Indem nun wie im skr. bei zusammengesetzten Verben der Ton auf das Praefix als dem wesentlichen Momente des Com- positums zu legen ist, entstand bis zum Aussprechen des Wurzelverbums eine kleine Pause, die hinreichend war, irgend eine Beziehung zwischen beiden Theilen des Wortes, in diesem Falle die Reflexion, wenigstens unbe- wusster Weise bei vielen zusammengesetzten Verben zu supplieren. Dass aber in einer früheren Zeit auch die Form der Reflexion zwischen Affix und Compositum gestanden haben könne, davon finden sich im indogerm. noch vereinzelte Spuren. Das à im skr., welches zwischen den Praepositionen pari und prati und dem k der Wurzel kr sowie das s, welches zwischen der Praeposition sam und dem k von kr eingeschoben wird, halten wir nicht für euphonischen Einschub sondern als Ueberrest des früher selbständig dastehenden Reflexivpronomens. Das Lateinische s bei ad in Composition wie asservare sind wir geneigt, nicht aus d sondern aus einem Ueberreste des Reflexiv- pronomens(se) entstanden zu denken, so dass d von ad vor diesem s ausge- fallen wäre.
Diese Reflexion kann je nach dem Sinne des Verbums entweder eine materielle oder eine geistige sein, so dass das zu ergänzende, die Reflexion ausdrickende Nomen bald den Körper bald den Geist des Subjects angeht, z. B.: ga-quemun— 6ᷓ o Tνοαην, bei- sich, einander-amen sie, Mth. 27, 62; hier ist offenbar von einem rein äusseren Zusammenkommen die Rede; dgg.: ga- mundedun— ννννννμεν, bei-uns, d. h. in unserem Geiste dachten wir, Mth. 27, 63; bi- baghjan— bi-sis-babjan— nhd.: bei-sich-denſten— be-denken.
Von den Fällen, wo gotisches Compositum die im griechischen Medium liegende Function nach unserer Ansicht auf diese Weise ausdrückt, führen wir noch einige Beispiele an: Ga-aistand— rοαmηmοντα, bei-sich— sie seheuen, Mc. 12, 6; ga-fastaida— 4&eνᷣ☚αμενν, bei-mir— ich lüielt Mc. 10, 20; bi- saihvands— reoνε‿εᷣνεemνμάννο, um-sich-sehend, Mc. 3, 34; ei bi-vegjau—


